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BREAKING: Der letzte Monat hat begonnen, jetzt wird noch mal los gelegt!

Dienstag, 14. Juni 2011

3. Quartalsbericht


Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und ich habe doch noch so viel vor. Die Zeit rennt davon, was ich gerade jetzt merke wenn ich über das letzte Quartal nachdenken muss. Es ist einiges passiert und viel Interessantes.
Mitte März ging es endlich auf die meist erwartete Reise, Galapagos. Nur ein paar Tage zuvor mussten wir uns alle Sorgen um diese Reise machen, da kurz vorher das schreckliche Erdbeben in Japan war und, das einen Tsunami auslöste. Die Auswirkungen hier in Ecuador waren zwar nicht so stark, aber über die Freunde nachdenken zu müssen, die an der Küste leben und evakuiert wurden, war eine neue Erfahrung. Am  18. März ging es letzen Endes los Richtung Paradies. Schon am Flughafen begann alles wundervoll, als ich ein paar von den anderen Austauschschülern wieder traf. Zusammen saßen wir 2 Stunden im Flugzeug zu aufgeregt um still zu sitzen und um nicht die ersten Inseln zu verpassen. Als ich diese dann endlich sah, war ich erst mal etwas davon überrascht wie groß diese eigentlich waren. Aus dem Flugzeug gestiegen konnte keiner von uns glauben, dass wir angekommen waren. Das ganze Jahr hatten wir darauf gewartet und endlich waren wir angekommen. Das Wetter war heiß, auch wenn ich es mir heißer vorgestellt hatte, angenehm. Direkt nachdem wir den kleinen Flughafen verlassen hatten und im schönen Hotel eingecheckt hatten, ging es los zur Charls Darwin Station wo wir unter anderem die einsame riesen Schildkröte Jorge kennen lernten. Sie ist die letzte ihrer Art und sehr wahrscheinlich schwul somit sie sich nicht fortpflanzt bzw. fortpflanzen lässt. Nach der Rundtour ging es das erste Mal zu einem winzigen Strand. Ein wunderschönes Farbenspiel. Hinter uns grell grüne Büsche, dann der weiße weiche Sand und das glasklare blau/türkisfarbene Meer. Doch das spannende war wie schwarzes Lavagestein den Sand mit dem Meer verband. Generell war es schön sich nach 7 Monaten mal wieder frei zu fühlen, denn die Inseln sind so ungefährlich wie vielleicht kein anderer Ort. In den nächsten Tagen gingen wir zu unterschiedlichen kleinen Inseln um die ganzen einzigartigen Tiere zu sehen. Ich persönlich hatte schon seit zwei Jahren auf die blaufüßigen Tölpel gewartet und war so erfreut, als ich sie dann endlich auf den Klippen sitzen saß. An einem anderen Tag ging es zu dem Paradies Strand schlecht hin: nach einem zwei Stunden langen Weg durch Wald öffnete sich vor uns der wohl schönste Strand den man sich nur vorstellen kann. Es dauerte eine Stunde um von einem Ende ans andere zu laufen, aber das war kein Problem mit dem weichen, weißen Sand unter den Füßen und den Babyhaien in der Brandung. Es war tatsächlich das Paradies. Mein Highlight war jedoch, dass ich am letzten Morgen aus dem Program aussteigen konnte um Tauchen zu gehen. Es war eine der besten Erfahrungen dich ich je gesammelt habe und ein Traum ging in Erfüllung. Ich konnte mit Seerobben schwimmen, hatte die buntesten Fische um mich herum, Haie voraus und Mantas um mich schwimmen, was für mich der Höhepunkt war. Als ich wieder im Hotel ankam hatte ich das alles immer noch nicht realisiert. Schneller als erwartet waren die Tage dann auch schon vorbei und es ging zurück nach Loja.
Doch da blieb ich nicht lang um dann schon wieder zurück nach Cuenca zu gehen um Zeit mir Freunden zu verbringen.
Und so verging die Zeit bis dann auch schon mein Geburtstag vor der Tür Stand. Das war auch nochmal aufregend. Morgens gab es nichts besonderes, meine Geschwister gingen beinahe an mir vorbei ohne ein Wort zu sagen bis es ihnen wieder einfiel und meine Gastmutter gab mir eine flüchtige Umarmung. In der Schule dann war es wieder etwas anders.  Die meisten Klassenkameraden gratulierten und sangen mir, aber auch nichts Besonderes. Nach der Schule kam Robin, aus Australien mit zu mir nach Hause um dort mit meiner Familie ein Geburtstagsmittagsessen zu haben. Es gab Lasagne, was es hier nur an bestimmten Tagen gibt und statt einen Geburtstagskuchen wurde eben in die Lasagne eine Kerze reingesteckt. Nach einem kurzen ausruhen, habe ich mich dann auch schon fertig gemacht um später abends mich mit meinen Freunden und Klassenkameraden in einem Lokal zu treffen. Es kamen viele Leute, was mir den Abend nur noch mehr verschönerte und mich richtig gut fühlen lies. Dann war der Tag aber auch schon vorbei und ich viel tot ins Bett. Gott sei Dank, gab es am nächsten Tag keine Klassen, somit ich ausschlafen konnte. Ruckzuck verging die Zeit so, dass schon kurze Tage später die Osterferien begannen. Ich verbrachte meine Zeit mit Freunden, im Fitnessstudio oder einfach mal einen Tag ruhig nur im Bett verbringend.
Zur Überraschung kam ein paar meiner besten Freunde aus Cuenca in die Provinz Loja um im schönen Tal von Vilcabamba ihre Ferien zu verbringen.
Direkt anschließend zu den Ferien ging es schon auf die letzte Rotaryreise rund um Ecuador mit allen Austauschschülern zusammen. Es war zwar nicht so spannend für mich, da ich einiges schon kannte, aber mit den ATS ist es doch immer einen neue und andere Erfahrung. Jedoch musste eine Stadt von unserem Programm genommen werden: Baños. Der Vulkan Tungurahua war bzw. ist aktiv und spuckte Asche und Lava.  Baños lag leider zu nah an dem Vulkan, womit wir einen großen Bogen um diesen machten. Trotzdem konnten wir von anderen Städten aus den großen Aschepilz sehen.
Nach dem tränenreichen Abschied von allen ATS in Guayaquil ging es zurück nach Cuenca, wo nach einer interessanten ein weiterer Abschied folgte.
Wieder zurück in Loja  ging es nach 3 Wochen das erste Mal wieder in die Schule, jedoch alleine. Robin flog sofort nach Südafrika, da ihre dort wohnende Tante gestorben war. Dor würde sie auch für die nächsten 3 Wochen bleiben.
Ich bleib aber auch nicht lange in Loja sondern machte mich schon bald wieder auf Reisen. Dieses Mal Richtung Norden nach Riobamba um Maximilian zu besuchen. In einer Woche habe ich dort viele Abenteuer erlebt unteranderem sind wir mit dem Auto auf den Chimborazo gefahren um dort nach mehr als einem Jahr wieder etwas Schnee zu sehen und fuhren dann aber mit dem Fahrrad runter. Das war ein schönes aber eiskaltes Abenteuer, ich empfehle es jedem der nach Ecuador kommt.
Nach Riobamba ging es weiter nach Quito um noch mal das Großstadtleben zu genießen. Die letzten Austauschschülerpartys mitgemacht und die letzten Gastgeschenke für Deutschland eingekauft.
Endlich zurück in Loja, war die Reise aber noch nicht zu Ende. Eine Freundin war aus Quito mit nach Loja gekommen und ich konnte den ersten Gast bei mir zu Hause willkommen heißen. Ich zeigte ihr die ganze Stadt und ich konnte nochmal mit ihr entdecken wie schön mein Städtchen doch ist. Ein einfaches und perfekt passendes Sprichwort für Loja ist:
klein aber fein!
An einem Abend hatte ich eine Gala zur Verabschiedung der diesjährigen Abgänger, meine Klasse hatte diese organisiert und es wurde freudig mit Tanzaufführungen, Gesang und Reden gefeiert. Gegen Ende wurde es sehr emotional und auch ich wurde traurig, da mein Abschied von dieser Schule nun auch schon immer näher rückt. Auf der Afterparty wurden jedoch jegliche Sorgen vergessen und einfach zusammen gefeiert.
Kaum war meine Freundin schon wieder zurück in Quito und ich konnte mir nach 2 Wochen endlich mal wieder eine erholsame Nacht gönnen, im eigenen Bett, alleine um den ganzen Platz auszunutzen. Mit ausschlafen am nächsten Morgen war jedoch nichts, weil mich eine große aber nicht so schöne Überraschung erwartete.  Ich wachte durch ein Gebrüll vor meinem Zimmer früh auf und wollte schlaftrunken runter in die Küche gehen um zu Frühstücken, als ich jedoch aus meinem Zimmer trete sehe ich eine männliche Person mit dem Rücken zu mir stehen. Kaum ahnen kam mir langsam eine Idee in den Kopf, die mir nicht gefiel. Ich wollte zurück in mein Zimmer gehen um nachzudenken, als meine Gastmutter mich sieht und mich meinem Gastbruder  vorstellt, der ein Jahr in Pennsylvania war. Eigentlich sollte er erst in einer Woche kommen und bis dahin sollte ich auch in eine andere Familie gewechselt haben. Ich war so erschrocken, dass ich ihn schnell begrüßte und zurück in mein Zimmer ging, ich beschloss einfach normal weiter zu machen, Frühstück, eine Dusche und mir ging es schon mal ein bisschen besser. Bis meine Geschwister von den Examen wiederkamen und es das große Wiedersehen gab. Ich war gar nicht darauf vorbereitet was mich wieder etwas unwohl fühlen lies. Im Laufe des Tages regelte sich jedoch alles, ich würde weiterhin mit meiner Familie bleiben und sie würden eine bequeme Lösung für alle finden. Mittlerweile habe ich den Schock überwunden, verstehe mich gut mit meinem Bruder und lebe hier einfach wie gewohnt weiter. Meine Schulferien haben schon begonnen und ich genieße die letzte Zeit die mir bleibt und arbeite weiter an meinem Spanisch.

Mir geht es gut, ich bin glücklich hier und traurig, dass bald alles zu Ende sein wird, aber zur gleichen Zeit freue ich mich auf das Wiedersehen mit meiner Familie und Freunden in Deutschland, aber eins ist sicher: spätestens nach 3 Tagen werde ich Heimweh in meine neue Heimat haben!

Muchas Gracias Rotary  für dieses unvergessliche Jahr!

Isabelle Maus


Meine Lieben, es tut mir ja wirklich leid, dass es schon wieder so lange nichts Neugeschriebene gegeben hat. 
Oben sind die wichtigsten Informationen mit drin, aber ich erleutere jetzt natürlich nochmal ein bisschen.
Die Rundreise durch Ecuador war wirklich wunderschön, auch wenn ich wirklich viel schon gesehen hatte. Wir waren auch zum Beispiel auf ein paar Inka Ruinen, die ich noch nicht gesehen hatte. Ein kleines Machupichu, aber nicht wirklich spektakulär. Wir hatten einige Tage die so richtig eiskalt waren, an denen wir dann mit Mütze, Handschuhe und 5 Lamajacken übereinander raus sind. Ehrlich gesagt, hat das Spaß gemacht, sonst immer nur das konstante Wetter ist mittlerweile nämlich einfach nur langweilig...
Nach der großen Abschlussreise bin ich dann eben nochmal alleine auf Axe gegangen. Ein paar Highlights waren zum Beispiel in Riobamba: eine "Bar", das Verde Limon. Super bekannt unter allen Austauschschülern und nur in Riobama zu finden. Natürlich wollte ich dann sofort dort hin und zack auch ich war bezaubert. Also wirklich, das war das Paradies. Eine Fruchtsalatbar. Man fand alle sich vorstellbaren Früchte aufgeschnitten vor und konnte mit einer Schüssel rumgehen sich nehmen was man begehrte und dann mit Müsli, Jogurt, Sahne, Schokolade oder was auch immer mischen. Bezahlt wurde für das Gewicht, aber es war einfach super billig. 
In Quito gab es eine Chiva mit allen Austauschschülern, die kommen wollten. Das ist eine Art bunter Bus der keine Sitze hat, nur ein Geländer und auf dem man dann Party machen durch die Stadt gefahren wird. Es war einfach super lustig und als es dann vorbei war ging es selbstverständlich direkt weiter in einem Club. 
Am letzten Abend in Quito war ich auch nochmal in La Ronda, ein richtig süßes Sträßchen mit vielen kleinen Lokalen, Livemusik und Ausländern. Echt schön.
Dann als ich letzt endlich in Loja ankam, war ich echt überrascht. Marie, meine Freundin kam ja mit und wer hätte es erwartet?! Mein Haus perfekt geputzt, keine Sache war fehl am Platz und mein Badezimmer geschrubbt, mit Handtüchern perfekt hingelegt und... also ich war sprachlos! Genial muss ich sagen!
Leider hab ich mich dann aber etwas erkältet und konnte die Tage nicht so genießen, aber ich war auch einfach erschöpft. 
Momentan bin ich gerade wieder alleine zu hause. Meine Gastmama und mein Gastbruder sind in Qutio um Sachen für die Universität zu regeln. Aber es läuft alles gut, ich bin wieder halbwegs gesund und mit meinem Bruder verstehe ich mich gut.
Das wars so ziemlich an Neuigkeiten!

Heute ist es für mich noch genau ein Monat und ich kann es kaum glauben! So viel wie ich mich freue bin ich auch traurig es ging einfach ziemlich schnell vorbei!

Liebste Grüße und bis ganz bald ;)

Montag, 18. April 2011

Galápagos und 17

Hallo meine Lieben,
ich weiß es ist schon wieder eine Ewigkeit vergangen, aber dafür gibt es auch einiges zu berichten.
Ich leg mal mit dem aufregendsten Teil meines ganzen Austauschjahres an: Galapagos. Da hat man dann das ganze Jahr darauf hin gearbeitet und dann ist es soweit. Ich wusste ja schon die ganze Zeit dass es traumhaft ist und all das, aber eigentlich wusste ich garnichts über Galapagos. Fand ich am Ende auch gut so. Die Reise ging hier in Loja schon einen Tag früher los richtung Cuenca, da hab ich dann erstmal meine ganzen Freunde getroffen eine schlaflose Nacht verbracht und um 3 uhr morgens mit dem Bus nach Guayaquil, Ecuadors größte Stadt. Am Flughafen haben wir den Rest getroffen und dann ging es 2 Stunden lang im Flugzeug nach Baltra. Eine kleine Insel vor Santa Cruz, eine etwas größere Insel. Das erste was mir auffiel war, dass alles ja eigentlich viel größer ist als erwartet. Nix da von wegen ein paar kleine inselchen, eigentlich ziemlich blöd von uns so etwas zu glauben, aber ich war nicht die einzige! Dann ging es mit einer kleinen Fähre und einem Bus zum Hotel. Klein aber fein, ich fands nett. Nach dem Mittagessen ging es auch schon direkt mit dem Programm los: auf zur Charls Darwin Station. Charls Darwin hat auf Galapagos seine Evolutionstheorie entwickelt, nur so nebenbei. Auf der Station haben wir Solitario Jorge getroffen. Eine fast 200 Jahre alte Schildkröte und die letzte ihrer Art. Jede einzelne Insel der Galapagosgruppe hat seine eigene Schildkrötenspezie, aber von den riesigen Schildkröten! An die Schildkröten konnten wir richtig nah dran und das einzige was auffällt ist, dass sie einfach hässlich sind, schwer und stinken! Aber beeindruckend. Wir haben noch mehr Tiere gesehn, wie Exen bzw. Kobolde und vieles mehr. Es war alles so unwirklich! Abends konnten wir in der kleinen Stadt rumlaufen, es gab viele kleine Läden und Restaurants und dann einen kleinen Fischerhafen. Da lagen überall die Fischköpfe rum und die Pelikane haben sich zu tausenden versammelt um um die Fischreste zu kämpfen. Also diese Pelikane sind einfach nur unheimlich putzig! Aber noch lange nicht so süß wie die Robben die da dann aus dem Wasser robben und den Menschen auf schritt und tritt folgen.
Am nächsten Morgen ging es früh raus, mit dem booooot oho, nacht Santa fe. Eine kleine Insel ungefähr eine Stunde raus auf dem Meer, auf die man aber nicht drauf darf. Da hab ich dann endlich meine Blaufüßigen Tölpel gesehen. Es war ziemlich genial. Erst erkennt man sie nicht weil die schwarze Felsküste ganz weiß ist von dem "Resteablass" (Ich wollte jetzt ein professionelles Wort verwenden, aber ich komm einfach nicht drauf wie ich das ausdrücken könnte) der Tölpel, und dann kann man die Tölpel erst nicht sehen, aber dank der blauen Füße und dem blauen Schnabel fallen sie einem dann plötzlich in die Augen und sie sind einfach nur putzig!! Wir haben noch 1000 verschiedene Vogelarten gesehen und sind dann in einer kleinen Bucht geendet.   Dort sind wir Schnorcheln gegangen und mir war da dann schon einfach klar, dass ich hier tauchen gehen muss. Es war wunderschön. Aber, ich habe mich die ganze zeit schön eingecremt um nicht zu verbrennen sondern nur braun zu werden. Das hat auch alles wunderbar geklappt bis, maldito agua, beim schnorcheln das wasser die creme abwischte und die sonne auf meinen blanken rücken prallte. Ich habe nichts gemerkt, gehe glücklich zurück zum Hotel, Menschen kommen von hinten angerannt: DU BIST GANZ ROT; ROT; ROT ROOOOOT. Mist! Da hat mich meine Austraulianische Austauschpartnerein aus Loja noch ausgelacht. Noch.
Nachmittags ging es zu las Grietas. Es war erstmal ein ziemlich harter Weg dahin zu kommen, weil das kein weg war, sondern zerbröckeltes Lavagestein. sprich man schneidet sich die Füße bei jedem Step auf und rutscht hin und her. Auf dem Weg hat man die Folgen von dem Tsunami sehen können: weggetragene Brücken bzw. Stege, neu entstandene Lagunen oder Boote die in die umliegeneden Büsche geschleudert wurden. Es war einfach nicht schön.
Dann kamen wir a las Grietas. Das ist eine Kluft zwischen zwei 15 Meter hohen Klippenwänden und unten tiefem Meerwasser. Wir durften dann reinspringen, aber nur von max. 4 Metern, weil es ja sehr gefährlich ist. Hiermit erinnere ich daran, dass wir Austauschschüler sind uns egal ist was man gesagt bekommt und somit einfach erst von 2 dann 4, 5, 7, 15 Metern springt. Wir haben überlebt! (ich bin nicht gesprungen, hehe). Abends konnten wir wieder in die Stadt.
Der nächste Tag, war schön, aber auch nicht. Ich und mein Ozzy Robi wurden vergessen.  Alle waren auf einmal weg. Wir sind dann verloren auf der Insel geirrt und haben eventuell eine Betreuerin getroffen die uns im Taxi mit zu den anderen genommen hatte. An diesem Morgen wie auch schon die ganze Zeit, hatte sich meine Robi geweigert Sonnencreme aufzutragen, weil sie das ja nicht braucht, weil sie ja aus Australien ist. Meine Versuche ihr zu erklären, dass wir hier auf dem Äquator sind, sind alle gescheitert! Naja was solls sie würde es erleben. Wir sind dann zurück mit den anderen 2,5 kilometer zu dem wohl schönsten Strand der Welt gelaufen. Er war gigantisch: es dauerte eine Stunde von einem Ende ans andere zu laufen, der Sand war der weisseste der Welt und das Meer blauer als blau und dann schwarze Steine die das blaue mit dem weisen verbunden haben. Man kann es sich garnicht vorstellen so genial war das Farbenspiel! Mit uns sind die schwarzen Koboldexen gelaufen, die sind ja auch putzig. Der weg zurück zum hotel war allerdings nicht so schön, weil die Füße nass waren vom wasser und dann mit sand und dann mit flipflops -Blasen, zwischen den Fußzehen, wie eklig! Das waren aber nicht die einzigen Wunden, Robi war verbrannt, von oben bis unten. Ich habe mich ja fast etwas daran erfreut, aber naja es war ihre schuld. Die nächsten 2 Wochen sollte ich mir dann noch ihr gejammer an hören wie alles weh tut, wie es juckt und wie sie sich schält. Am Nachmittag sind wir zu einem Tunnel gefahren, der ist auf natürliche Weise entstanden, als bei einem Vulkanausbrauch Luft begraben wurde, das war nicht so spannend. Abends wollte ich ganz normal essen, als dann alles hektisch wurde wegen meinem bevorstehenden Tauchgang. Fünfmal bin ich zwischen Rezeption, meinem Zimmer und der Tauchbasis hin und her gerannt! Am Ende war dann alles organisiert und ich sollte am nächsten Morgen um 6.00 auf der Matte stehen.
Gesagt getan war ich ganz pünktlich dort und es ging wieder mit einem Boot raus. Ich musste garnichts machen, das war ziemlich ungewohnt, nicht mal die Gerätze zusammen bauen nur den Anzug anziehen.  Dann ging es auch schon los mit dem 1. Tauchgang. Am Anfang erst nur unheimlich bunte und viele Fische, dann später Rochen und dann wars erst mal halb vorbei weil der Tauchguia die anderen 3 männer die mit dabei waren hoch zum Boot geschickt hat. Das waren unerfahrene Taucher aus der Ukraine. Der ist dann nochmal ein bisschen mit mir alleine weiter und dann wurds spannend. Erst kommt sowas schwarzes großes durch meine Beine zu mir hoch getaucht und guckt mich an, eine Robbe direkt vor mir, in meine Augen starrend (OH MEIN GOTT SIND DIE SÜß) und dann taucht sie weiter im Kreis um mich herrum und hoch und runter und um mich rum. Ich war so fasziniert und entzückt, dass ich erst nicht gemerkt habe dass der Guia auf was zeigt. Da waren dann zwei 3 meter lange Mantas ca. 10 meter von mir weg, aber ich konnte sie so klar erkennen, ihre Sitelaugen und die Bewegungen, faszinierend. Die Robbe war dann verschwunden, aber die Mantas haben einen großen Kreis um mich gezogen, erst als wir wieder aufs Boot sind habe ich es realisiert! Beeindruckend.
Wir aßen dann eine kleinigkeit und machten uns schon bald wieder los, als ich mich vom Boot fallen lies, wäre ich beinah auf einen riesige Schildkröte gefallen, habe sie aber gott sei dank verfehlt. Bei dem Tauchgang war es unheimlich kalt und die Strömung sehr stark aber die Fische waren ganz nah und noch bunter und ganz viele Seesterne in den unglaublichsten Farben. Gegen Ende als wir gerade um eine Kurve gehen wollten dümpelte eine Schildkröte ganz ruhig an uns vorbei, aaaah die sind ja auch so süß!
Wegen der Kälte sind wir dann aber schon früher raus. zurück gefahren und dann war es vorbei. Alle anderen waren zu der zeit noch auf einer tagestour die ich ja nicht mitmachen konnte, also habe ich geduscht, gegessen und bin alleine nochmal die ganze Stadt angucken gegangen. Bin dann fast zu spät zurück, weil wir für den letzten Abend auf eine Hacienda fahren würden wo es eine wunderschöne Aussicht auf die ganze Insel gab. Wir haben tausend Bilder gemacht, dann lecker gegessen, die Königen der Reise gewählt und dann getanzt. Da es einen Pool gab war es vorprogramiert, dass wir alle im Pool landen würden. Nicht voraussehbar war jedoch, dass der Chef von dem ganzen Austauschprogramm, der mit unserer Gruppe mit war, sich freiwillig ins Wasser werfen lassen würde. Sehr cool.
Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück zum Flughafen. Unterwegs haben wir einen Stopp an zwei Kratern gemacht, die einem Bombenkrater ähnelten, aber auch wieder nur begrabene Luft waren und das dann zusammenkrachte.
Die Reise war ein Traum, vielleicht nicht sehr lange, aber ausreichend Zeit um den kleinen Teil von Galapagos kennen zu lernen! Ich wünsche einfach nur, dass jeder mal die Chance hat das zu sehen.
Wieder zurück in der Schule mussten wir einen Englischsongcontest in unserer Schule präsentieren, aber natürlich ganz spontan und ohne Vorwarnung, klar. Es war aber sehr spaßig und wir haben echt ein paar Talente hier. Meine zwei Klassenkameradinnen haben einwandfrei gesungen und auch gewonnen. Ansonsten ist hier ja momentan dieser Sportwettkampf zwischen allen Schulen in Loja, deswegen werden wir fast täglich auf ein Fußball oder Basketballspiel geschickt um kräftig anzufeuern. Das werde ich wohl sehr vermissen, denn hier haben die echt einen großen Teamgeist und schreien sich den Hals wund und sie sind stolz auf ihre Schule und alles was dazu gehört.
Dann war ich zwischendruch nochmal in meiner "nachbar" Stadt Cuenca für den Geburtstag meiner Französin aus Straßbourg ( wie witzig, wir leben in Europa und hier in Ecuador auf gleicher Entfernung). Das Wochenende war unheimlich anstrengend, aber einfach nur lustig, weil die Austauschschüler dort die ganzen Besitzer von den Clubs kennen  kommen wir überall umsonst rein, als VIP oder Getränke ausgegeben oder einfahc mal nachmittags alleine rein um mit dem Besitzer Karaoke zu singen. Es war einfach genial. Und dank des perfekten Timing waren gerade die Feste von Cuenca, sprich tausend Sachen zum einkaufen und Konzerte. Aber als ich dann wieder zu Hause war, schlief ich fast einen Tag druch.
Und schon stand mein Geburtstag vor der Tür. Den Tag davor war ich ziemlich unruhig weil ich wusste, dass meine familie nicht wusste, das am nächsten tag mein Geburtstag wäre. Welch Glück, dass meine Cousine dann reingeschneit kam und das erst mal druch das ganze Haus schrie. Schlafen konnte ich die Nacht ab 00.00 doch nicht, da meine liebe Familie aus Deutschland angerufen hatte und gesungen hat, sehr nett! Der Tag begann dann relativ normal. Meine Geschwister hätten es beinah doch vergessen, meine Mama hat dran gedacht und meine Klassenkameraden auch. In der Schule habe ich momentan nichts zu tun, da alle gerade Examen geben oder einen Tanz zusammenstellen für einen Tanzcontest in unserer Schule ( er war am Freitag und meine Klasse hat gewonnen wuhuuuu). Zum Mittagessen ist Robi mitgekommen und es gab leckeres Essen, statt einen Geburtstagskuchen eine Lasagne mit Kerze. Das war zwar nett, aber ich will nie nie nie niemehr einen Geburtstag ohne Geburtstagskuchen :( !! Dann habe ich mal wieder Siesta gemacht und abends habe ich mich mit meiner Klasse in einer Bar getroffen. Das war der beste Part des Tages, weil tatsächlich fast meine ganze Klasse gekommen war und mit mir getrunken, gefeiert und gelacht hat. Das hat mich unheimlich glücklich gemacht!
Und das war es bis jetzt auch. Jetzt hab ich Ferien gehe hoffentlich noch an den Strand und dann schon auf die letzte Rundreise.
Es sind schon fast 8 Monate vorbei und nur noch etwas weniger als 3 Monate, das im Tagesverhältins : 239 zu 86 ist doch schon irgendwie komisch. Aber das heißt man sieht sich bald!
Liebe Grüße

Sonntag, 13. März 2011

2. Quartalsbericht

Wie gesagt hier kommt der 2. Quartalsbericht:


Es sind nun schon 6 Monate vergangen und ich bin endlich voll und ganz in meiner neuen Heimat angekommen. Meine früheren Zweifel haben sich schlagartig in Angst umgewandelt, weil ich jetzt nur noch etwas mehr als vier Monate hier habe bis ich wieder gehen muss. Die Zeit fliegt davon, gerade das stelle ich fest, wenn ich über die letzten drei Monate nachdenke und feststellen muss wie viel in dieser kurzen Zeit passiert ist.
Vor drei Monaten war Weihnachten und ich, sowie wohl jeder andere Austauschschüler, habe es nicht ohne Tränen überstanden. Die Weihnachtsvorbereitungen fingen hier schon viel früher an als in Deutschland, nämlich Anfang November, als alle Dekokisten vom Speicher geholt wurden und das ganze Haus in Weihnachtsglanz erleuchtete. Doch kam die Weihnachtsstimmung noch lange nicht. Tagsüber herrschten durchschnittlich 25 °C mit blauem Himmel. Dann Anfang Dezember wurde es Weihnachtlicher, in den ersten Dezemberwochen traf sich jeden Abend die ganze Familie meiner Gastmutter, wandernd von Haus zu Haus um die Krippen zu betrachten, zu beten und zu Essen. Eigentlich beginnt diese Tradition erst neun Tage vor Weihnachten wie in der Familie meines Gastvaters.
Um meiner Familie auch etwas von den deutschen Traditionen zu zeigen bastelte ich meinen Eltern und Geschwistern einen Adventskalender, auch habe ich die Tradition des Adventskranzes angesprochen die hier auch bekannt ist und in meiner Schule wahrgenommen wurde.
In der letzten Schulwoche vor den Ferien fuhr die ganze Oberstufe bepackt mit Geschenken (Klamotten, Töpfe, Essen, Spielzeuge usw.) in ein Ort zwei Stunden von Loja entfernt, Olmedo, um den armen Familien dort ein Weihnachten zu ermöglichen. Es wurde zusammen gespielt wo die Kinder gegen uns gewinnen konnten um etwas Süßes zu ergattern, wir ließen sie natürlich immer gewinnen. Ich empfand es als eine sehr gute Erfahrung, da der Lebensstandartunterschied von meinem neuen Zuhause, Loja, zu dem Dorf doch sehr groß war.
Dann war Heiligabend endlich da. Ich stand bereits mit einem seltsamen Gefühl im Magen auf, ignorierte es aber und ging frühstücken. Meine ganze Familie war bereits fleißig am Kochen für das große Mittagessen, jedoch niemand wünschte mir „frohe Weihnachten“. Ich aß schweigend und verschwand wieder in meinem Bett, wo mich die wohlbekannte Austauschschülerkrankheit erwischte und ich weinte. Nach einem Gespräch mit meiner Familie in Deutschland ging es mir wieder viel besser und als meine Gastmama kam und mich erst mal in den Arm nahm konnte ich beruhigt den Rest des Tages genießen. Mit einem vollen Magen von dem riesigen Mittagessen bin ich wieder ins Bett um meine schmerzenden Augen erholen zu lassen und um den Abend/ die Nacht überstehen zu können.
Als erstes ging es zu den Eltern meiner Mutter, wo ich das erste Mal meine Cousins kennen lernte, die auf eine deutsche Schule in Quito gehen. Nach dem Geschenke Auspacken, bei dem auch ich etwas bekam, gab es ein weiteres großes Essen doch in Eile, weil wir schon bei den anderen Großeltern sein sollten. Dort gab es dann wieder Essen und Geschenke, jedoch ließ man den Abend dann ruhig ausklingen. Ich spielte mit meinen Cousins und Cousinen Pantomime und die Zeit verging wie im Flug bis wir dann um halb 5 des nächsten Morgen nach Hause kamen. Es war aber noch nicht vorbei, sondern es gab noch mehr Geschenke von meiner Gastfamilie.
Am 1. Weihnachtsfeiertag fuhren wir nach Malacatos, ein Vorort von Loja, in die Finka eines Onkels wo sich die ganze Familie meiner Mutter traf. Wir aßen und spielten. Alle wurden in Gruppen eingeteilt und es gab eine Spielolympiade.
Der 2. Weihnachtsfeiertag wurde zum Ausruhen genutzt und die ganze Familie lag den kompletten Tag im Bett.
Die Woche bis Silvester war eine Erholung bis auf die Taufe meiner Cousine gab es nichts Aufregendes.
Silvester begann nicht so gut für mich, da ich auf die letzte Minute ein Kostüm finden musste. Als Blumenmädchen gingen wir dann zu den Nachbarn wo der Meenzer-Karneval stattfand. Es war tatsächlich wie Fassenacht. Nach einem großen Abendessen, Essen ist hier sehr beliebt, ging es mit der ganzen Familie auf die Familienparty. Es wurde getanzt und dann kurz vor 12 ein Testament vorgelesen. Den hier ist es Tradition um Mitternacht eine Papierpuppe zu verbrennen, das so genannte „Año Viejo“ (das alte Jahr). Das stirbt nämlich um Mitternacht hinterlässt aber jeder Familie etwas. Mir wurde nichts hinterlassen, jedoch wurde ich meiner Gastfamilie vererbt. Dann war es auch schon nach 00.00h und wir verpassten den Countdown! Die Puppen wurden verbrannt und man sprang drei Mal über das Feuer, da es Glück bringt. Man rannte mit Koffern um den Block um im neuen Jahr viel reisen zu können und kehrte mit einem Besen das Böse aus dem Haus und das Gute in das Haus. Es gab wieder Essen und um 4.00h ging es nach Hause ins Bett, tot vom vielen Tanzen. Aber es blieb nicht viel Zeit zum schlafen, da wir morgens schon früh in die Finka meiner Großeltern fuhren um dort wieder zu Essen.
Ich denke mit diesen Tagen habe ich die schwierigste Phase meines Austauschs überstanden, abgesehen von dem Abschied am Ende des Jahres.
Mitte Januar kam bei mir dann endlich der Knackpunkt. Ich war angenommen, voller Optimismus und voller Tatendrang. So kam es, dass ich mich endlich in einem Fitnessstudio einschrieb, obwohl ich stolz zu geben kann, bis jetzt noch nicht zugenommen zu haben.  Ich gehe mehr mit Freunden weg und lache viel mehr. Das war unteranderem ein schönes Zeichen für mich, dass ich die Sprache mittlerweile so gut verstehe um Witze verstehen zu können und mit zu lachen.
Nach 2 Wochen Schule im neuen Jahr begann die Sportwoche. Die Jungs und die Mädchen wurden jeweils in Mannschaften eingeteilt um Basketball und Fußballspiele gegeneinander zu spielen.
Es gab eine große Eröffnungsfeier und wir mussten in der prallen Sonne Basketball spielen. Danach bin ich direkt heim, weil ich einen Sonnenstich hatte. Mitte Februar waren die ganzen Spiele dann vorbei und es wurde geehrt. Meine Mannschaft machte den 2. Platz im Basketball und den 3. Im Fußball.
Ende Januar hatte sich für mich hier in Loja einiges geändert, denn nachdem ich 5 Monate alleine hier in Loja war, bekam ich eine neue Kameradin aus Australien. Sie spricht kein Spanisch, also wird mein Englisch jetzt wieder gefordert, jedoch die meiste Zeit um ihr Spanisch zu erklären bzw. beizubringen.
Seit sie da, ist hat sich auch in der Schule einiges verändert. Ich bin nicht mehr jede Stunde mit meiner Klasse, sondern habe jetzt Spanischunterricht mit den Jüngsten der Schule und unterrichte diese in Englisch. Der Tag vergeht somit viel schneller, somit aber auch die Woche, da ich nun einen vollen Tages- und Wochenplan habe. 
Am 29. Januar 2011 ging es für mich auf die nächste Reise, in den Orient, Amazonas. Es waren fast alle anderen Austauschschüler in Ecuador dabei und die vier Tage vergingen wie im Flug. Wir waren in einem wunderschönen Hotel am Río Napo untergebracht und sind jeden Morgen von dort aus in kleinen wackeligen Booten in neue Abenteuer gestartet. Wir haben den Urwald erkundigt, Früchte von Bäumen gegessen, sind zu einer Schmetterlingsfarm mit Schmetterlingen so groß wie das Gesicht, haben wieder König und Königin gewählt, sind zu einer Rehabilationsstelle für Tiere gegangen und haben Tiere gesehen die ich mir nie erträumt hätte, sind mit riesigen Reifen auf dem Fluss getrieben. Die Zeit dort verging so schnell, aber der Spaß ging für mich noch weiter, denn ich würde die nächsten Tage noch in Quito bleiben um die Hauptstadt zu erkundigen.
Zusammen mit anderen Austauschfreunden machten wir alleine Quito unsicher. Wir gingen zur „Mitad del Mundo“ (Mitte der Welt) um die faszinierenden Eigenschaften des Äquators zu erleben und experimentieren. Das historische und wunderschöne Zentrum wurde mit einigen sehr guten und speziellen Führungen erkundigt. Dort verbrachten wir auch einen Abend in „la Ronda“. Das ist eine kleine Straße so wie man sie aus Spanien kennt und wie man sich ganz Süd-Amerika vorstellt. 1000 kleine Restaurants aus denen Live-Musik drängt, in denen getanzt, getrunken und gegessen wird.
Einen Tag wurden wir auch nach Otavalo gebracht wo der größte Artesanal-Markt Ecuadors ist. Es macht so viel Spaß die vielen kleinen Stände zu durchstöbern und von so vielen Farben umgeben zu sein. Dann war ich aber froh wieder zu Hause zu sein, denn die Tage waren sehr anstrengend.
Es kam Valentinstag, auf den ich eigentlich nicht so viel Wert lege, deswegen war ich wahrscheinlich auch so überrascht, als ich von der anderen Gastfamilie zum Essen eingeladen wurde, in ein Fünf-Sterne-Hotel. Es gab Rosen und Süßigkeiten und obwohl ich dann nur noch ins Bett wollte, ging es mit meiner Familie nochmal leckere Pizza essen.
Wenige Wochen später konnte ich nach einem großen Hin und Her den ersten Besucher in Loja willkommen heißen. Ein Austauschfreund kam mich Besuchen und ich konnte endlich mal beweisen wie schön Loja ist, da von den anderen Austauschschülern immer gespottet wird, dass es so klein wäre und so abgelegen usw. Aber ich liebe es hier, es ist perfekt. Das Wetter, die Größe, die Menschen, alles hier macht mich glücklich.
Auch die Lage hat sich gerade gestern (11.03.11) als sehr gut bewiesen, denn es gab das starke Erdbeben in Japan, das eine Tsunami-Warnung auslöste. Meine Mama berichtete mir davon als ich vor der Schule zum Frühstück in die Küche kam. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte, da ich eine Tsunamisituation von Deutschland nicht kenne. Es kam erst mal zu einem Tränenausbruch, obwohl ich wusste, dass mir hier oben in den Bergen nichts passieren würde, machte ich mir Sorgen um die ganzen Menschen an der Küste vor allem meine ganzen Freunde die am Meer leben. Außerdem sollten an diesem Freitag die ersten Austauschschüler nach Galapagos fliegen, was selbstverständlich abgesagt wurde. Ich saß den ganzen Tag vor dem Fernseher um die Nachrichten zu hören, gottseidank ging alles gut aus. Es gibt keine großen Schäden und die Gruppe ist eben einen Tag später nach Galapagos.

Jetzt fehlen nur noch ungefähr 4 ½ Monate bis ich mich schon von diesem wunderschönen Land verabschieden muss. Zu Zeit bin ich hier so glücklich wie ich es mir nie erträumt hätte. Mein Kopf besteht aus einem einzigen Sprachensalat, sodass ich es nicht mal mehr hinbekomme einen komplett deutschen, spanischen oder englischen Satz zu denken, sondern ein Gemisch aus allem.
Ich bin angekommen!
Nun bleibt mir nichts anderes mehr übrig als den Rest meiner Zeit hier zu genießen. Mich erwarten noch die Traumreise nach Galapagos und die letzte Reise rund um Ecuador. Außerdem werde ich das Land noch selbstständig erkundigen um so viel wie Möglich zu erlernen.

Ich kann mich wieder nur bei Rotary bedanken, mir diese Möglichkeit gegeben zu haben und es ihnen niemals vergessen.

Muchas Gracias!

Isabelle Maus

Lojana von Herzem

Hallo meine Lieben,
ja ich muss mich schon wieder entschuldigen so lange nichts geschrieben zu haben. Aber die Zeit läuft mir gerade zu davon! Jetzt sind es auch schon etwas mehr als 200 Tage für mich in meinem neuen Zuhause und nur noch knapp 4 Monate bis ich wieder Fuß auf deutschen Boden setze.
Momentan verstreicht Tag bei Tag und Woche bei Woche so schnell, dass ich wenn ich abends auf meinem Bett liege mal wieder die Langeweile suche. Der Schultag vergeht jetzt viel schneller. Die Zeit zum Schlafen ist verschwunden, da ich jetzt mindestens 2 Spanisch Klassen täglich mit den Jüngsten habe und mindestens 2 Stunden im Englischunterricht aushelfe. Die übrigen Stunden sitze ich entweder in meiner Klasse und versuche jedes einzelne Wort zu verstehen oder vor der Bar um dort Spanisch zu lernen. Spanisch hat in diesen Tagen die höchste Priorität für mich und beansprucht dem entsprechend auch sehr viel Zeit. Allerdings stelle ich immer mehr fest wie gut ich es schon beherrsche, wenn ich jemandem genau zu höre verstehe ich jedes ausgesprochene Wort. Ich höre nicht mehr nur noch den Zusammenhang raus, sondern verstehe. Das macht mich unheimlich glücklich und spornt mich auch sehr an!
Wenn ich dann mit dem Spanisch am Vormittag abgeschlossen habe, geht es heim, mittagessen, umziehen, ins Zentrum einen Fruchtsaft, -Batido oder -Salat essen. Von dort aus ins Fitnessstudio, nach 1 1/2 Stunden nach Hause und in die Dusche. Sterbend falle ich dann ins Bett und schlafe bis der Wecker am nächsten Tag um 6.00h wieder klingelt.
Zwischen all dem Alltag ist auch sonst nicht viel passiert, außer dass ich Loja immer mehr zu schätzen lerne. Vor wenigen Wochen oder Tagen kam der erste Besuch nach Loja. Da wurde dann tatsächlich mal gesagt, dass Loja doch schön ist, denn sonst wird immer gespottet, es wäre klein, hässlich und abgelegen - NEIN. Es hat die perfekte Größe, ist schön grün und einfach niedlich und die Lage lernt man immer mehr zu schätzen. Zwar hat sich die Reisesituation nicht verbessert, aber es liegt gottseidank in den Bergen.
Ich schätze alle haben von dem starken Erdbeben in Japan mitbekommen, ich hab es erst nicht mitbekommen, da ich im Tiefschlaf lag. Als ich dann jedoch aufwachte um genüsslich zu frühstücken sagt meine Mama zu mir: Tsunami Warnung für Ecuador . Ich wusste erstmal nicht was ich sagen sollte, einfach nicht wie zu reagieren. Doch die Reaktion kam von ganz alleine: ich aß mit zitternden Händen um dann hoch zu eilen und die Tränen laufen zu lassen. Es hat mich in meinem Kopf so zerstört gehabt, ohne dass ich wusste wieso. Es ist eine vollkommen andere Situation, aber unvorstellbar. Obwohl ich oben in den Bergen, in meinem Loja, sicher war, sind tausend Leute "meines Volks" in Gefahr, darunter die Hälfte meiner Austauschfreunde bzw. besten Freundin. Unteranderem sollte genau an diesem Freitag die erste Gruppe nach Galapagos fliegen, jedoch wurden alle Flüge nach Galapagos gecanceled (bitte ein Kommentar mit dem deutschen Wort, mir fällts zur Hölle nicht ein!! )  und alle Tiere dort evacuiert.
Die Auswirkungen waren letzten Endes nicht so stark, aber Salinas ( der Urlaubsort meiner Familie) war überschwemmt. Die Wellen waren nur ungefähr 2 Meter hoch, aber viel viel schneller und stärker.
Am nächsten Tag ging alles wieder den gewohnten Weg weiter, die Gruppe flog nach Galapagos und die Strandbewohner kehren wieder in ihre Häuser ein. Jetzt gilt nur noch zu beten, dass dem AKW nichts passiert  und Japan bald wieder auf Trapp ist.
Diese 2 Tage, waren ziemlich Nerven aufreibend, aber ich habs überlebt.
Heute sind wir zu meinen Großeltern auf die Finka gefahren oder mehr eine Hacienda. Da laufen die Gänse, Schafe, Hühner, Hasen alle frei rum und ich fands irgendwie toll. Es kam mir ewig vor, dass ich mal wieder einen Hasen auf dem Arm hatte oder dass ich je mal ein Kücken gefangen hatte oder ein Lamm im Arm hatte oder von Hühnern verfolgt oder angegriffen wurde. Es war sehr nett und das Landgut einfach riesen groß: zwei Flüsse, ein ganzer großer Berg, Wald... alles! Einfach schön.

Das wars so weit auch schon von mir, in einem zweiten Bericht gleich im Anschluss steht mein 2. Quartalsbericht um euch nochmal einen kleinen überblick über die letzten 3 Monate zu geben.

Bis schon bald ( auch wenn ich momentan noch garnicht weg will) ich freue mich schon euch im nächsten Bericht von meiner Galapagosreise am nächsten Freitag erzählen zu können!

Liebste Grüße

Freitag, 11. Februar 2011

Die wohl aufregenste Phase

Hallo ihr Lieben,
es tut mir wirklich wirklich leid, dass ich mich jetzt schon über einem Monat nicht mehr gemeldet habe. Vorallem da dies ja die Phase war die euch alle am meisten interessiert.
Weihnachten:
Also geschmückt war ja schon seit November und als vorbereitung gab es die Novena, wie ich ja schonmal erklärte. Bis dann Heiligabend vor der Tür stand. Ich bin erst mal aufgewacht und hatte dieses komische gefühl im Bauch es hat sich einfach flau angefühlt. Als ich dann mit einem Lächeln runter zum Frühstück bin, gab es kein warm willkommen heißendes " Frohe Weihnachten! " Sondern es war wie ein ganz normaler Tag nur eben, dass alle am Kochen waren. Ich bin ganz schnell wieder zurück ins Bett und musste einfach mal weinen. Aber nach einem Gespräch mit meiner Familie und dann mit meiner Gastfamilie ging es mir richtig gut. Der Abend konnte kommen. Es gab ein dickes Mittagessen unter uns 5 + die Haushaltshilfe, abends gings dann zur Oma & Opa 1 wo ich das erste mal meine Cousins getroffen habe. Die sind auf der deutschen Schule in Quito und haben mich dann ganz schüchtern auf Deutsch angesprochen. Geschenkpapier überall verbreitet und alle glücklich gab es Hühnchen. Richtig lecker und ich habe zugelangt. Um 23.00h gings allerdings weiter zu Oma &Opa 2 mit nochmal Essen, Truthahn. Das ist das typische Essen für Heilig Abend. Ich habe aber nichts mehr gegessen weil ich schon am platzen war. Bis 4.00h morgens wurde unter Cousins und Cousinen noch Pantomime gespielt und es ging heim. Da gabs dann aber noch die Geschenke von den Eltern, sprich um 5 lag ich tot im Bett.
Das Fazit: Es war schön. Anders aber unheimlich nett!
Am 1. Weihnachtsfeiertag gings los nach Malacatos mit der ganzen Familie meiner Mutter. Es wurden Teams gebildet und jedes hatte seine T-Shirt-Farbe, es wurde gespielt. Da ging es drunter und drüber es wurde betrogen, geschummelt, geschrien. Ein Halligalli! Als dann da auch das Christkind gekommen war gings heim um am
2. Weihnachtsfeiertag weiter zu feiern. Auf dem Wochenendshaus von Oma mütterlicher Seits. Richtig in der Natur mit Fluss und Bäumen und richtig schön alt. Es hing sogar ein frisch geschlachtetes Schwein im Hof... na super.
Dann war es auch schon rum. So schnell und anders aber gut. Ich muss sagen es war eine nette Erfahrung und wenn ich jetzt drüber nachdenke eigentlich nur halb so wild, denn es war nur eins von vielen.
In den Tagen zu Silvester war ich auf dem neu gebauten Wochenendhaus meines Counsellors: riesig, wunderschöne Aussicht, super schön. Schwupps war schon
Silvester da. Der Morgen war nicht so schön, da ich mir auf die letzte Minute ein Kostüm zusammenbringen musste. Hier gibts aber nicht die überfüllten Fassenachtskisten voller Kostümen. Entschlossen habe ich mich dann, als Blumenmädchen zu gehn. Kam einfach am einfachsten. Ja, schon komisch sich an Silvester zu verkleiden. Es war wie Fassenacht. Die Erwachsenen haben morgens angefangen zu trinken und haben Autos auf der Straße angehalten um Geld ein zusammeln und Papierpuppen zu verbrennen. Gegen 21.00h gab es ein super leckeres Essen noch zu Hause und erst um 23.00h ging es auf die eigentliche Party. Wir kamen an und die Hora Loca war am laufen, spirch 3 spezielle Tänzer animieren für 1 Stunde zum Tanzen an, da ging die Party ab!
Man verbrennt hier um 00.00h eine Papierpuppe die das vergangene Jahr darstellt, die eine alte Person ist, die auch ein Testament hat, welches dann vorgelesen wird. Jeder der Familie bekommt was vererbt, außer mir. Bzw. ich wurde vererbt, ab meine Gasteltern. Bis 4.00h wurde noch getanzt gegessen und getrunken bis ich mal wieder tot ins Bett fiel.
Im neuen Jahr hatte ich dann auch die erste Taufe. Meine Cousine: Victoria Isabella, schöner Name. Es fing ganz normal in der Kirche an, aber dann gings in ein Haus um 22.00h dachte ich nur: ok wir trinken nur es gibt nix zu essen und es wird getanzt. Ich will heim! Aber dann um 00.00h (!!) wurde Essen seviert. Solche "Partys" hier sind einfach nichts für mich. ;)
am 05.01.2011 fing die Schule wieder an und am 6. gabs nochmal ganz große Feier wegen Dia de los Reyes. Wie bei uns nur gröööößer.

Ich weiß nicht genau wann er kam, aber vor knapp einem Monat kam der Knackpunkt. Ich bin jetzt angekommen. Ich habe jetzt ein Leben. Ich will hier nicht mehr weg. Ich bin hier glücklich.
Der Optimismus war geboren!
Seit dem geht hier alles perfekt.
Die neue Austauschschülerin aus Australien kam nach Loja und wir verstehen uns super gut, wenn wir auch etwas anders sind, doch wir sind Austauschschüler und somit vom Herzen her gleich!
Vor genau 2 Wochen musste ich dann morgen um 5.00h los, an den Flughafen, da es auf die lange erwartete nächste Reise ging: el Oriente. Mit dem frühsten Flug nach Quito und dann 6 Stunden Fahrt in den Dschungel. Beim Mittagessensstopp gab es das große Wiedersehen. Nach fast 3 Monaten haben wir uns alle wiedergetroffen und es wurde geschrien gerannt umarmt und amüsiert.
Die nächsten 3 Tage in dem wunderschönen Hotel flogen nur so vorbei, aber man hat doch viel gesehen. Am 1. Tag ging es auf eine Wanderung durch segundären Urwald spirch so 30 Jahre alt und uns wurde empfohlen lange Klamotten zu tragen. Nie wieder!! Ich war noch nie so naß, von meinem eigenen Schweiß!! Aber zur erholung gab es ein Bad im Río Napo. Am Nachmittag ging es auf eine Schmetterlingsfarm und es war doch etwas eklig. Die waren so groß, dass sie mir wieder Angst gemacht haben und manche sahen einfach nur mottig aus. Was mit die Tage auch aufgefallen ist ist, dass einfach jedes Tier hier mit Bananen gefüttert wird. Sei es der Affe, der Schmetterling, der Vogel einfach alles! Abends gabs dann noch Party und wie immer wurden König un Königin des Trips gewählt.
Am 2. Tag ging es morgens los in Richtung Zoo. Das war eine Rehabilitationsstelle für Tiere die als Haustiere gehalten wurden. Es gab die lustigsten/schönsten/atemberaubensten Tiere! Echt genial. Es gab welche von denen man nicht wusste, dass sie existieren oder die die man dacht, würde man nie im Leben mal live sehen. Auf dem Rückweg zum Hotel sind wir durch primären Urwald gelaufen und man hat eindeutig den Unterschied gemerkt es war total anders und noch beeindruckender. Wir haben unter anderem den Latexbaum gesehen oder einen Baum der rot blutet und wenn man das Blut auf die Haut schmiert wird es wie Creme. Zurück Richtung Hotel wurde dann in riesigen Reifen getrieben. Leider war meiner zu groß, dass ich wie ein Klappmesser darin hing und am langsamsten hinterher getrieben bin. Außerdem war er schwarz und die Sonne brachte ihn zum glühen und mich zum verbrennen. Nachmittags sind wir noch eine Einheimische Familie besuchen gegangen und haben dabei mit dem Blasrohr geblasen und gesehen was die so alles handwerklich drauf haben. Dann wars auch schon rum. Es ging mit dem Bus wieder zurück nach Quito aber da bin ich zusammen mit Julia noch bei Marie in Quito geblieben, zwar auch nur 3 Tage aber es war echt cool.
Mittwochs ging es nach Otavalo auf den größten Arte-Senal-Markt in Ecuador. Auf dem Weg dahin gab es einen kurzen Stopp auf dem Äquator und dann wurde geshoppt! Alpakapullis, mützen, taschen, handschuhe, socken... alles! Es war wundervoll!
Am Donnerstag sind wir zur "Mitad del Mundo" spirch dem Äquator und es hat uns geschlagene 2 Stunden gedauert in das nicht soweit entfernte Vorort zu kommen. So viel Bus wie in den wenigen Tagen bin ich glaub noch nie gefahren! Dort haben wir jeden Falls erst mal 3 Lamas angetroffen die ich ja liebe und wohl am meisten vermissen werde ( oder werde ich in den Opel-zoo ziehen ?! ) , dann wurde das Shooting am bzw auf oder neben dem Äquator gestartet. Später gabs noch eine kleine Führung auf dem echten Punkt 0'0'0 unteranderm echt interessante Experimente: auf dem Äquator balancieren mit zunen Augen (unmöglich), wie das Wasser auf Nord, Süd oder Mittig fließt. Hier nämlich gegen den Uhrzeigersinn, also bei euch, mit dem Uhrzeigersinn (werft mal ein Auge drauf, wenn ihr aufs Klo geht) und dann gabs noch das berühmte Ei-Experiment. Ein rohes Ei auf einem Naglkopf balancieren, ich habs geschaft und es ist nicht kaputt gegangen (hehem Maire!! ). Den Rest des Tages haben wir noch das historische Zentrum Quitos angeguck, das wirklich schön ist mit tollen Kirchen und netten Führungen. Abends ging es wiederum ins Zentrum, aber a La Ronda. Das ist ein kleines Sträßchen wie man sich eben Spanien oder Ecuador vorstellt. Viele kleine Restaurants aus denen überall live-Musik schallt und man sich reinsetzt drinkt lacht und singt. Es war niedlich und echt schön. Freitag haben wir uns einen gemütlichen Tag gemacht, weil wir richtig kaputt waren. Sind nur ein bisschen shoppen gewesen, haben Krankenbesuche geleistet und versucht uns durch die Welt der Technik zu schlagen.  Abends gabs als Abschluss eine Runde Plaza Foch. Disco Spaß und Austauschschüler. Als ich dann am nächsten morgen um 10 wieder zu Hause in Loja war, war ich aber auch richtig froh, weil tadaaaa mich der Magen-Darm erwischt hatte. Nicht so erfreulich aber ein Wochenende im Bett war auch einfach mal nötig.
Die jetzige Woche... es hat sich einiges geändert: ich werde doch das ganze Jahr in meiner Familie bleiben. Ich wurde von der anderen Gastfamilie gefragt ob ich nicht zu ihnen kommen will, aber dann hat meine Mama erstmal gesagt, nein wir wollen sie garnicht her geben. Damit hatte sich das geklärt und das fand ich auch ganz nett so, denn ich fühle mich hier sehr wohl! Ab nächster Woche wird sich in der Schule einiges ändern: Ich werde mit kleinen Kindern Spanischunterricht haben und in den Englischklassen den Lehrern helfen. Bin mal ganz gespannt wie das läuft und berichte euch dann bald wieder!

Jetzt seit ihr erst mal wieder auf dem neusten Stand. Heute ist in Loja ein großes Konzert ( ich gehe nicht weil ich noch nicht ein Lied von dem Sänger gehört habe haha) aber ich höres durch mein Fenster, es ist ungefähr 200 m entfernt.

Ich hoffe euch geht es mindestens so gut mit mir und wir sehen uns in 5 Monaten... wie die Zeit fliegt!!
Liebste Grüße

Donnerstag, 23. Dezember 2010

1. Quatalsbericht


Es ist nun 4 Monate her, dass ich am Frankfurter Flughafen mit den wohl gemischtesten Gefühlen durch die Sicherheitskontrolle bin um einen sehr amüsanten Flug anzutreten. Ich hatte eine gute Ablenkung, da ich mich mit meiner Sitznachbarin wirklich super verstanden habe und somit vorerst alle Sorgen vergessen konnte. Doch ich hatte mit Sicherheit nicht den besten und einfachsten Start in dieses Austauschjahr. Wegen einigen Verspätungen während des Fluges kam mein Gepäck leider nicht zur selben Zeit an wie ich. Nämlich geschlagene 3 Tage später. Das war nicht so leicht, denn gerade in den ersten Tagen weit weg von zu Hause in den Klamotten anderer fühlt man sich nicht so gut. Aber sobald die Koffer dann endlich in meinem Zimmer lagen, konnte das alles nur noch besser werden! Und so ging der erste Monat ruck zuck vorbei. Alles wurde schon langsam zur Gewohnheit, die Schule hatte begonnen, mein Spanisch ist schon sehr viel besser geworden und es ging schon auf die erste Reise.
Das Sprachcamp: eine Stunde von Cuenca, der wohl schönsten Stadt hier, entfernt in einer wunderschönen Umgebung! Man hat andere Austauschschüler kennen gelernt und tauschte seine ersten Erfahrungen aus, es war eine wunderschöne Zeit und als es dann nach wieder zurück ging, fühlte es sich sicherlich noch nicht so an, als würde es „nach Hause“ gehen.
Schwupps war auch schon der zweite Monat vorbei und es ging auf die nächste Reise, Manabí. Wir sollten alle Austauschschüler die sich zu Zeit in Ecuador befinden kennen lernen und einfach unheimlich viel Spaß  haben. Es wurde getanzt, gelacht, die schönsten Strände kennen gelernt, neue Erfahrungen gemacht, Freundschaften geschlossen und beim Abschied viel geweint. Doch dieses Mal kam ich nach Hause, ich war froh zu Hause zu sein, in mein Bett zu fallen und mich erst mal wieder zu erholen.
Aber schon am nächsten Wochenende sollte es wieder an den Strand gehen, mit meiner Familie, nach Salinas. Es sollte wunderschön werden, ich hoffte mehr Bräune zu gewinnen, einfach nur dort rumzuliegen und die Zeit zu genießen. Kam aber alles anders. Das Wetter war super kalt ich lag nur im Bett statt am Strand und ich vermisste die Familienurlaube von zu Hause sehr. Somit begann der dritte Monat ziemlich ermüdigend und war bis jetzt auch die schwerste Zeit für mich hier. Das Heimweh kam immer wieder, alles war so normal und es gab nichts zum drauf hin arbeiten wie eine Reise oder ähnliches und die Zeit zog sich.  Jeden Morgen fragte ich mich, warum ich hier bin und warum ich zur Schule muss. Irgendwann kam dann der Knackpunkt auch wenn ich ihn nicht wirklich bemerkt habe. Aber ich fuhr mit meiner Klasse nach Quito und lernte die Hauptstadt etwas kennen, wenn auch nur Universitäten oder Einkaufszentren. Später, um mich etwas abzulenken, bin ich Freunde in Cuenca besuchen gefahren und habe dort eine super Zeit gehabt. Wieder zurück in Loja begann auch hier mein Leben wieder Form anzunehmen und es war alles gut! Jetzt geht es mir auch sehr gut und die Weihnachtserfahrungen sind ganz anders.
Wir schmückten schon am Anfang November und ich habe ihnen allen einen Adventskalender gebastelt um etwas von Deutschland zu zeigen. Generell komme ich gut mit meiner Familie klar, was sich auch in der Novena zeigte. In der Novena trifft man sich ab neun Tage vor Weihnachten jeden Abend mit der ganzen Familie, betet, isst, erzählt und kämpft darum die schönste Krippe zu haben.
Auch mit meiner Klasse hatte ich ein Weihnachtsessen und habe gesehen wie sehr wir uns doch alle mögen und wie gut alles läuft.
Auch habe ich eine weitere Seite von Ecuador gezeigt bekommen, als wir mit der Schule am vergangenen Sonntag in ein Dorf außerhalb der Stadt gefahren sind und ihnen Geschenke brachten. Es war eine rundum gute Erfahrung und ich finde auch eine sehr nett Geste.
Mein Spanisch ist mittlerweile auch gut, fast fließend. Ich kann mich ausdrücken und meine Klassenkameraden helfen mir auch.
Jetzt freue ich mich auf die Erfahrungen von Weihnachten und auf das was in den nächsten 7 Monaten noch auf mich zu kommmt!

Zum Schluss möchte ich mich nochmal bei Rotary bedanken, dass sie mir das alles ermöglicht haben, denn als Fazit: es war die richtige Entscheidung hier her zu kommen und ich bin jetzt schon um soviel bereichert, dass es nur noch besser werden kann!

Vielen Dank und die aller liebsten Grüße aus Ecuador

4 Monate - Feliz Navidad

Gestern waren es tatsächlich schon 4 Monate und morgen ist Weihnachten. - komisch
Erstmal tut es mir leid, dass ich mich erst nach 2 Wochen melde, aber ich dachte oh nein ich warte noch weil morgen noch was interessantes passiert und so war das dann eben auch bis...
Also  dann fang ich mal an ;)
Als ich von Cuenca zurück kam hab ich erste mal 4 Tage lang Plätzchen gebacken. Spitzbuben, Schokocookies, Buttergebäck und Kokosmakronen ich muss sagen sie sind verdammt gut gelungen! Gebacken hatte ich das ganze für die Novena.
La Novena: beginnt 9 Tage vor Weihnachten und geht bis heilig Abend. Man trifft sich jeden Abend mit der Familie in einem anderen Familien Haus um vor der Krippe zu beten zu singen und zu essen. Anfangs wars wirklich seltsam, aber mittlerweile ist das alles ok! Weil es aber ja 2 Familien gibt, die von der Mutter und die vom Vater begann das ganze schon 18 Tage vorher. Montag der vergangenen Woche war das ganze bei uns zu Hause und zu essen gabs Empanadas und meine Plätzchen, die ganzen mehr als 200 Plätzchen wurden an einem Abend verschlungen! Alle waren super begeistert und wollen Rezepte usw. good job Isabelle ;)
Bei der ganzen Novena-Geschichte gibts noch eine Sache. Und zwar sind hier die Grippen alle etwas viel größer und es wird richtig viel Wert darauf gelegt. ( Eine Frau hier in Loja dekoriert jedes Jahr ein ganzes Zimmer, gigantisch! ) Jedenfalls gibts in der Familie meiner Mutter einen Wettkampf wer die schönste hat und ich bin tadaaaa: Jury YaY!... OH und auf einer Novena gabs zum Snack Glühwein Que rico!!
Samstags hatte ich ein Päckchen von meiner Patentante bekommen und als ich es mit totaler Freue auspackte hat sich das wie Weihnachten angefühlt, nochmals vielen Dank!
Dazu gibts noch eine lustige/schmerzhafte Geschichte, also ich habe ebenfalls einige original hausgemachte Plätzchen bekommen und war super happy, dachte aber ich sollte sie meiner Familie mal zeigen und meine Mutter sagt, dass ich sie mal meinem Opa zeigen soll. Gut gesagt, getan. Aber der fragt dann tatsächlich ob er eins haben kann, wobei ich kurzvorher noch geschworen hatte niemandem etwas abzugeben, meine Mutter sagt noch, nein dass ist ihr Geschenk und ich dumme Nuss sag trotzdem Ja. Toll. Wäre alles nicht so schlimm hätte er sich nicht meine Lieblingssorte das Spritzgebäck genommen WAAAH.
Irgendwann unter der Woche hatte meine Mutter dann für ihre Sekretäre ein Essen bei uns im Haus veranstaltet. Als ich dann nach Hause kam und die alle da waren - boff - sie hat 23 DREIUNDZWANZIG ! sekretäre und sekretärinnen. Auch Nett.
In der Schule ist auch einiges passiert.
1. Hats die ganze Woche super gestunken, aber nur in unserem Raum und es ging einfahc nicht weg, irgendwann haben sie den ganzen Raum auseinander genommen und was ham sie gefunden?! - eine tote Maus! ekel!
2. Wurde donnerstags eine Puppe aus Papier gebastelt, ano viejo, die dann im neuen Jahr verbrannt wird. Eigentlich sollte diese Puppe irgendetwas darstellen, aber unser Kurs war einfach nicht wirklich motiviert.
3. Freitags gabs dann einen Kontest um die Puppen :D wir haben selbstverständlich nicht gewonnen!
Ansonsten gabs unter der Woche noch 2 Geburtstage die dann am Wochenende schön gefeiert wurden, war alles sehr nett.
Das Wochenende war eh super genial! Also freitags nachts war die erste Geburtstagsfeier  und dann am nächsten Morgen gegen 9.00 h gings zur Nachfeier und dann abends war das Weihnachtsessen von meiner Klasse, dass sich zum totalen Highlight entwickelt hatte.
Mis chicas, meine Klassenkameradinnen
Erst hatte ich so garkeine Lust und war auch ziemlich mieß gelaunt, was sich verschlimmerte, als ich kein Wichtelgeschenk bekommen habe (weil der Typ nicht gekommen war), aber dann stand da plötzlich Kelsey in der Tür  :) meine Freundin aus Machala die in der Familie von Anita ist, also sind wir so zu sagen Schwestern und wir verstehen uns so gut und dann kam sie noch mit ihrem "cousin" und wir hatten soviel spaß und meine Klasse hält mich jetzt für verrückt bzw weiß jetzt wie ich im normalen Zustand sein kann. Jedenfalls gings danach noch auf die Aftershowparty beim Fluss und es war einfach perfekt!
Diese Nacht kam ich dann relativ spät nach Hause und musste am Sonntagmorgen aber sehr früh raus, weil wir mit meiner Schule einen Ausflug hatten.
meine Weihnachtsfamilie
Dieser Ausflug ging darum armen Leuten eine Weihnachtsüberraschung zu machen. Dafür sind wir in ein 2 studnen entferntes Dorf gefahren wo es erbrächlich heiß war und haben ihnen dann Geschenke übergeben. Lebensmittel, Klamotten, Spielzeug und so weiter. Insgesammt eine nette Sache. Es wurde noch zusammen Gespielt um für die kleinen Kinder oder Familien was zu gewinnen. Dazu gehörte auch Sackhüpfen, ich wurde aufgerufen, musste teilnehmen und gewann!
Von den 30°C (im Dezember) und der prallen Sonne kam ich dann total fertig und mit nem fetten Sonnenbrand im Gesischt nach Hause!
Montags hatten wir dann Schulfrei und gestern gabs nichts besonderes, also nur etwas Unterricht.
Jetzt habe ich Ferien und moreng ist schon heilig Abend und man wird Truthahn essen. Mir fehlt noch immer die Weihnachtsstimmung und werde sehr viel an euch denken!

JETZT GERADE BEGREIFE ICH DASS MORGEN SCHON WEIHNACHTEN IST -  HILFE!
DAS IST SUPER SELTSAM, ES IST WEIHNACHTEN!!?

Ich wünsche euch FELIZ NAVIDAD und in 6 1/2 Monaten sehen wir uns alle! Ein frohes Fest!!