Das Jahr
neigt sich langsam dem Ende zu und ich habe doch noch so viel vor. Die Zeit
rennt davon, was ich gerade jetzt merke wenn ich über das letzte Quartal
nachdenken muss. Es ist einiges passiert und viel Interessantes.
Mitte März ging es
endlich auf die meist erwartete Reise, Galapagos. Nur ein paar Tage zuvor
mussten wir uns alle Sorgen um diese Reise machen, da kurz vorher das
schreckliche Erdbeben in Japan war und, das einen Tsunami auslöste. Die
Auswirkungen hier in Ecuador waren zwar nicht so stark, aber über die Freunde
nachdenken zu müssen, die an der Küste leben und evakuiert wurden, war eine
neue Erfahrung. Am 18. März ging es
letzen Endes los Richtung Paradies. Schon am Flughafen begann alles wundervoll,
als ich ein paar von den anderen Austauschschülern wieder traf. Zusammen saßen
wir 2 Stunden im Flugzeug zu aufgeregt um still zu sitzen und um nicht die
ersten Inseln zu verpassen. Als ich diese dann endlich sah, war ich erst mal
etwas davon überrascht wie groß diese eigentlich waren. Aus dem Flugzeug
gestiegen konnte keiner von uns glauben, dass wir angekommen waren. Das ganze
Jahr hatten wir darauf gewartet und endlich waren wir angekommen. Das Wetter
war heiß, auch wenn ich es mir heißer vorgestellt hatte, angenehm. Direkt
nachdem wir den kleinen Flughafen verlassen hatten und im schönen Hotel
eingecheckt hatten, ging es los zur Charls Darwin Station wo wir unter anderem
die einsame riesen Schildkröte Jorge kennen lernten. Sie ist die letzte ihrer
Art und sehr wahrscheinlich schwul somit sie sich nicht fortpflanzt bzw.
fortpflanzen lässt. Nach der Rundtour ging es das erste Mal zu einem winzigen
Strand. Ein wunderschönes Farbenspiel. Hinter uns grell grüne Büsche, dann der
weiße weiche Sand und das glasklare blau/türkisfarbene Meer. Doch das spannende
war wie schwarzes Lavagestein den Sand mit dem Meer verband. Generell war es
schön sich nach 7 Monaten mal wieder frei zu fühlen, denn die Inseln sind so
ungefährlich wie vielleicht kein anderer Ort. In den nächsten Tagen gingen wir
zu unterschiedlichen kleinen Inseln um die ganzen einzigartigen Tiere zu sehen.
Ich persönlich hatte schon seit zwei Jahren auf die blaufüßigen Tölpel gewartet
und war so erfreut, als ich sie dann endlich auf den Klippen sitzen saß. An einem anderen Tag ging es zu dem Paradies
Strand schlecht hin: nach einem zwei Stunden langen Weg durch Wald öffnete sich
vor uns der wohl schönste Strand den man sich nur vorstellen kann. Es dauerte
eine Stunde um von einem Ende ans andere zu laufen, aber das war kein Problem
mit dem weichen, weißen Sand unter den Füßen und den Babyhaien in der Brandung.
Es war tatsächlich das Paradies. Mein Highlight war jedoch, dass ich am letzten
Morgen aus dem Program aussteigen konnte um Tauchen zu gehen. Es war eine der
besten Erfahrungen dich ich je gesammelt habe und ein Traum ging in Erfüllung.
Ich konnte mit Seerobben schwimmen, hatte die buntesten Fische um mich herum,
Haie voraus und Mantas um mich schwimmen, was für mich der Höhepunkt war. Als
ich wieder im Hotel ankam hatte ich das alles immer noch nicht realisiert.
Schneller als erwartet waren die Tage dann auch schon vorbei und es ging zurück
nach Loja.
Doch da
blieb ich nicht lang um dann schon wieder zurück nach Cuenca zu gehen um Zeit
mir Freunden zu verbringen.
Und so
verging die Zeit bis dann auch schon mein Geburtstag vor der Tür Stand. Das war
auch nochmal aufregend. Morgens gab es nichts besonderes, meine Geschwister
gingen beinahe an mir vorbei ohne ein Wort zu sagen bis es ihnen wieder einfiel
und meine Gastmutter gab mir eine flüchtige Umarmung. In der Schule dann war es
wieder etwas anders. Die meisten
Klassenkameraden gratulierten und sangen mir, aber auch nichts Besonderes. Nach
der Schule kam Robin, aus Australien mit zu mir nach Hause um dort mit meiner
Familie ein Geburtstagsmittagsessen zu haben. Es gab Lasagne, was es hier nur
an bestimmten Tagen gibt und statt einen Geburtstagskuchen wurde eben in die
Lasagne eine Kerze reingesteckt. Nach einem kurzen ausruhen, habe ich mich dann
auch schon fertig gemacht um später abends mich mit meinen Freunden und
Klassenkameraden in einem Lokal zu treffen. Es kamen viele Leute, was mir den
Abend nur noch mehr verschönerte und mich richtig gut fühlen lies. Dann war der
Tag aber auch schon vorbei und ich viel tot ins Bett. Gott sei Dank, gab es am
nächsten Tag keine Klassen, somit ich ausschlafen konnte. Ruckzuck verging die
Zeit so, dass schon kurze Tage später die Osterferien begannen. Ich verbrachte
meine Zeit mit Freunden, im Fitnessstudio oder einfach mal einen Tag ruhig nur
im Bett verbringend.
Zur
Überraschung kam ein paar meiner besten Freunde aus Cuenca in die Provinz Loja
um im schönen Tal von Vilcabamba ihre Ferien zu verbringen.
Direkt anschließend zu
den Ferien ging es schon auf die letzte Rotaryreise rund um Ecuador mit allen
Austauschschülern zusammen. Es war zwar nicht so spannend für mich, da ich
einiges schon kannte, aber mit den ATS ist es doch immer einen neue und andere
Erfahrung. Jedoch musste eine Stadt von unserem Programm genommen werden: Baños.
Der Vulkan Tungurahua war bzw. ist aktiv und spuckte Asche und Lava. Baños lag leider zu nah an dem Vulkan, womit
wir einen großen Bogen um diesen machten. Trotzdem konnten wir von anderen
Städten aus den großen Aschepilz sehen.
Nach dem
tränenreichen Abschied von allen ATS in Guayaquil ging es zurück nach Cuenca,
wo nach einer interessanten ein weiterer Abschied folgte.
Wieder
zurück in Loja ging es nach 3 Wochen das
erste Mal wieder in die Schule, jedoch alleine. Robin flog sofort nach
Südafrika, da ihre dort wohnende Tante gestorben war. Dor würde sie auch für
die nächsten 3 Wochen bleiben.
Ich bleib aber auch
nicht lange in Loja sondern machte mich schon bald wieder auf Reisen. Dieses
Mal Richtung Norden nach Riobamba um Maximilian zu besuchen. In einer Woche
habe ich dort viele Abenteuer erlebt unteranderem sind wir mit dem Auto auf den
Chimborazo gefahren um dort nach mehr als einem Jahr wieder etwas Schnee zu
sehen und fuhren dann aber mit dem Fahrrad runter. Das war ein schönes aber
eiskaltes Abenteuer, ich empfehle es jedem der nach Ecuador kommt.
Nach
Riobamba ging es weiter nach Quito um noch mal das Großstadtleben zu genießen.
Die letzten Austauschschülerpartys mitgemacht und die letzten Gastgeschenke für
Deutschland eingekauft.
Endlich zurück in Loja,
war die Reise aber noch nicht zu Ende. Eine Freundin war aus Quito mit nach
Loja gekommen und ich konnte den ersten Gast bei mir zu Hause willkommen
heißen. Ich zeigte ihr die ganze Stadt und ich konnte nochmal mit ihr entdecken
wie schön mein Städtchen doch ist. Ein einfaches und perfekt passendes
Sprichwort für Loja ist:
klein aber
fein!
An einem
Abend hatte ich eine Gala zur Verabschiedung der diesjährigen Abgänger, meine
Klasse hatte diese organisiert und es wurde freudig mit Tanzaufführungen,
Gesang und Reden gefeiert. Gegen Ende wurde es sehr emotional und auch ich
wurde traurig, da mein Abschied von dieser Schule nun auch schon immer näher
rückt. Auf der Afterparty wurden jedoch jegliche Sorgen vergessen und einfach
zusammen gefeiert.
Kaum war
meine Freundin schon wieder zurück in Quito und ich konnte mir nach 2 Wochen
endlich mal wieder eine erholsame Nacht gönnen, im eigenen Bett, alleine um den
ganzen Platz auszunutzen. Mit ausschlafen am nächsten Morgen war jedoch nichts,
weil mich eine große aber nicht so schöne Überraschung erwartete. Ich wachte durch ein Gebrüll vor meinem
Zimmer früh auf und wollte schlaftrunken runter in die Küche gehen um zu Frühstücken,
als ich jedoch aus meinem Zimmer trete sehe ich eine männliche Person mit dem
Rücken zu mir stehen. Kaum ahnen kam mir langsam eine Idee in den Kopf, die mir
nicht gefiel. Ich wollte zurück in mein Zimmer gehen um nachzudenken, als meine
Gastmutter mich sieht und mich meinem Gastbruder vorstellt, der ein Jahr in Pennsylvania war. Eigentlich
sollte er erst in einer Woche kommen und bis dahin sollte ich auch in eine
andere Familie gewechselt haben. Ich war so erschrocken, dass ich ihn schnell
begrüßte und zurück in mein Zimmer ging, ich beschloss einfach normal weiter zu
machen, Frühstück, eine Dusche und mir ging es schon mal ein bisschen besser.
Bis meine Geschwister von den Examen wiederkamen und es das große Wiedersehen
gab. Ich war gar nicht darauf vorbereitet was mich wieder etwas unwohl fühlen
lies. Im Laufe des Tages regelte sich jedoch alles, ich würde weiterhin mit
meiner Familie bleiben und sie würden eine bequeme Lösung für alle finden.
Mittlerweile habe ich den Schock überwunden, verstehe mich gut mit meinem
Bruder und lebe hier einfach wie gewohnt weiter. Meine Schulferien haben schon
begonnen und ich genieße die letzte Zeit die mir bleibt und arbeite weiter an
meinem Spanisch.
Mir geht es
gut, ich bin glücklich hier und traurig, dass bald alles zu Ende sein wird,
aber zur gleichen Zeit freue ich mich auf das Wiedersehen mit meiner Familie
und Freunden in Deutschland, aber eins ist sicher: spätestens nach 3 Tagen
werde ich Heimweh in meine neue Heimat haben!
Muchas
Gracias Rotary für dieses unvergessliche
Jahr!
Isabelle
Maus
Meine Lieben, es tut mir ja wirklich leid, dass es schon wieder so lange nichts Neugeschriebene gegeben hat.
Oben sind die wichtigsten Informationen mit drin, aber ich erleutere jetzt natürlich nochmal ein bisschen.
Die Rundreise durch Ecuador war wirklich wunderschön, auch wenn ich wirklich viel schon gesehen hatte. Wir waren auch zum Beispiel auf ein paar Inka Ruinen, die ich noch nicht gesehen hatte. Ein kleines Machupichu, aber nicht wirklich spektakulär. Wir hatten einige Tage die so richtig eiskalt waren, an denen wir dann mit Mütze, Handschuhe und 5 Lamajacken übereinander raus sind. Ehrlich gesagt, hat das Spaß gemacht, sonst immer nur das konstante Wetter ist mittlerweile nämlich einfach nur langweilig...
Nach der großen Abschlussreise bin ich dann eben nochmal alleine auf Axe gegangen. Ein paar Highlights waren zum Beispiel in Riobamba: eine "Bar", das Verde Limon. Super bekannt unter allen Austauschschülern und nur in Riobama zu finden. Natürlich wollte ich dann sofort dort hin und zack auch ich war bezaubert. Also wirklich, das war das Paradies. Eine Fruchtsalatbar. Man fand alle sich vorstellbaren Früchte aufgeschnitten vor und konnte mit einer Schüssel rumgehen sich nehmen was man begehrte und dann mit Müsli, Jogurt, Sahne, Schokolade oder was auch immer mischen. Bezahlt wurde für das Gewicht, aber es war einfach super billig.
In Quito gab es eine Chiva mit allen Austauschschülern, die kommen wollten. Das ist eine Art bunter Bus der keine Sitze hat, nur ein Geländer und auf dem man dann Party machen durch die Stadt gefahren wird. Es war einfach super lustig und als es dann vorbei war ging es selbstverständlich direkt weiter in einem Club.
Am letzten Abend in Quito war ich auch nochmal in La Ronda, ein richtig süßes Sträßchen mit vielen kleinen Lokalen, Livemusik und Ausländern. Echt schön.
Dann als ich letzt endlich in Loja ankam, war ich echt überrascht. Marie, meine Freundin kam ja mit und wer hätte es erwartet?! Mein Haus perfekt geputzt, keine Sache war fehl am Platz und mein Badezimmer geschrubbt, mit Handtüchern perfekt hingelegt und... also ich war sprachlos! Genial muss ich sagen!
Leider hab ich mich dann aber etwas erkältet und konnte die Tage nicht so genießen, aber ich war auch einfach erschöpft.
Momentan bin ich gerade wieder alleine zu hause. Meine Gastmama und mein Gastbruder sind in Qutio um Sachen für die Universität zu regeln. Aber es läuft alles gut, ich bin wieder halbwegs gesund und mit meinem Bruder verstehe ich mich gut.
Das wars so ziemlich an Neuigkeiten!
Heute ist es für mich noch genau ein Monat und ich kann es kaum glauben! So viel wie ich mich freue bin ich auch traurig es ging einfach ziemlich schnell vorbei!
Liebste Grüße und bis ganz bald ;)