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BREAKING: Der letzte Monat hat begonnen, jetzt wird noch mal los gelegt!

Sonntag, 13. März 2011

2. Quartalsbericht

Wie gesagt hier kommt der 2. Quartalsbericht:


Es sind nun schon 6 Monate vergangen und ich bin endlich voll und ganz in meiner neuen Heimat angekommen. Meine früheren Zweifel haben sich schlagartig in Angst umgewandelt, weil ich jetzt nur noch etwas mehr als vier Monate hier habe bis ich wieder gehen muss. Die Zeit fliegt davon, gerade das stelle ich fest, wenn ich über die letzten drei Monate nachdenke und feststellen muss wie viel in dieser kurzen Zeit passiert ist.
Vor drei Monaten war Weihnachten und ich, sowie wohl jeder andere Austauschschüler, habe es nicht ohne Tränen überstanden. Die Weihnachtsvorbereitungen fingen hier schon viel früher an als in Deutschland, nämlich Anfang November, als alle Dekokisten vom Speicher geholt wurden und das ganze Haus in Weihnachtsglanz erleuchtete. Doch kam die Weihnachtsstimmung noch lange nicht. Tagsüber herrschten durchschnittlich 25 °C mit blauem Himmel. Dann Anfang Dezember wurde es Weihnachtlicher, in den ersten Dezemberwochen traf sich jeden Abend die ganze Familie meiner Gastmutter, wandernd von Haus zu Haus um die Krippen zu betrachten, zu beten und zu Essen. Eigentlich beginnt diese Tradition erst neun Tage vor Weihnachten wie in der Familie meines Gastvaters.
Um meiner Familie auch etwas von den deutschen Traditionen zu zeigen bastelte ich meinen Eltern und Geschwistern einen Adventskalender, auch habe ich die Tradition des Adventskranzes angesprochen die hier auch bekannt ist und in meiner Schule wahrgenommen wurde.
In der letzten Schulwoche vor den Ferien fuhr die ganze Oberstufe bepackt mit Geschenken (Klamotten, Töpfe, Essen, Spielzeuge usw.) in ein Ort zwei Stunden von Loja entfernt, Olmedo, um den armen Familien dort ein Weihnachten zu ermöglichen. Es wurde zusammen gespielt wo die Kinder gegen uns gewinnen konnten um etwas Süßes zu ergattern, wir ließen sie natürlich immer gewinnen. Ich empfand es als eine sehr gute Erfahrung, da der Lebensstandartunterschied von meinem neuen Zuhause, Loja, zu dem Dorf doch sehr groß war.
Dann war Heiligabend endlich da. Ich stand bereits mit einem seltsamen Gefühl im Magen auf, ignorierte es aber und ging frühstücken. Meine ganze Familie war bereits fleißig am Kochen für das große Mittagessen, jedoch niemand wünschte mir „frohe Weihnachten“. Ich aß schweigend und verschwand wieder in meinem Bett, wo mich die wohlbekannte Austauschschülerkrankheit erwischte und ich weinte. Nach einem Gespräch mit meiner Familie in Deutschland ging es mir wieder viel besser und als meine Gastmama kam und mich erst mal in den Arm nahm konnte ich beruhigt den Rest des Tages genießen. Mit einem vollen Magen von dem riesigen Mittagessen bin ich wieder ins Bett um meine schmerzenden Augen erholen zu lassen und um den Abend/ die Nacht überstehen zu können.
Als erstes ging es zu den Eltern meiner Mutter, wo ich das erste Mal meine Cousins kennen lernte, die auf eine deutsche Schule in Quito gehen. Nach dem Geschenke Auspacken, bei dem auch ich etwas bekam, gab es ein weiteres großes Essen doch in Eile, weil wir schon bei den anderen Großeltern sein sollten. Dort gab es dann wieder Essen und Geschenke, jedoch ließ man den Abend dann ruhig ausklingen. Ich spielte mit meinen Cousins und Cousinen Pantomime und die Zeit verging wie im Flug bis wir dann um halb 5 des nächsten Morgen nach Hause kamen. Es war aber noch nicht vorbei, sondern es gab noch mehr Geschenke von meiner Gastfamilie.
Am 1. Weihnachtsfeiertag fuhren wir nach Malacatos, ein Vorort von Loja, in die Finka eines Onkels wo sich die ganze Familie meiner Mutter traf. Wir aßen und spielten. Alle wurden in Gruppen eingeteilt und es gab eine Spielolympiade.
Der 2. Weihnachtsfeiertag wurde zum Ausruhen genutzt und die ganze Familie lag den kompletten Tag im Bett.
Die Woche bis Silvester war eine Erholung bis auf die Taufe meiner Cousine gab es nichts Aufregendes.
Silvester begann nicht so gut für mich, da ich auf die letzte Minute ein Kostüm finden musste. Als Blumenmädchen gingen wir dann zu den Nachbarn wo der Meenzer-Karneval stattfand. Es war tatsächlich wie Fassenacht. Nach einem großen Abendessen, Essen ist hier sehr beliebt, ging es mit der ganzen Familie auf die Familienparty. Es wurde getanzt und dann kurz vor 12 ein Testament vorgelesen. Den hier ist es Tradition um Mitternacht eine Papierpuppe zu verbrennen, das so genannte „Año Viejo“ (das alte Jahr). Das stirbt nämlich um Mitternacht hinterlässt aber jeder Familie etwas. Mir wurde nichts hinterlassen, jedoch wurde ich meiner Gastfamilie vererbt. Dann war es auch schon nach 00.00h und wir verpassten den Countdown! Die Puppen wurden verbrannt und man sprang drei Mal über das Feuer, da es Glück bringt. Man rannte mit Koffern um den Block um im neuen Jahr viel reisen zu können und kehrte mit einem Besen das Böse aus dem Haus und das Gute in das Haus. Es gab wieder Essen und um 4.00h ging es nach Hause ins Bett, tot vom vielen Tanzen. Aber es blieb nicht viel Zeit zum schlafen, da wir morgens schon früh in die Finka meiner Großeltern fuhren um dort wieder zu Essen.
Ich denke mit diesen Tagen habe ich die schwierigste Phase meines Austauschs überstanden, abgesehen von dem Abschied am Ende des Jahres.
Mitte Januar kam bei mir dann endlich der Knackpunkt. Ich war angenommen, voller Optimismus und voller Tatendrang. So kam es, dass ich mich endlich in einem Fitnessstudio einschrieb, obwohl ich stolz zu geben kann, bis jetzt noch nicht zugenommen zu haben.  Ich gehe mehr mit Freunden weg und lache viel mehr. Das war unteranderem ein schönes Zeichen für mich, dass ich die Sprache mittlerweile so gut verstehe um Witze verstehen zu können und mit zu lachen.
Nach 2 Wochen Schule im neuen Jahr begann die Sportwoche. Die Jungs und die Mädchen wurden jeweils in Mannschaften eingeteilt um Basketball und Fußballspiele gegeneinander zu spielen.
Es gab eine große Eröffnungsfeier und wir mussten in der prallen Sonne Basketball spielen. Danach bin ich direkt heim, weil ich einen Sonnenstich hatte. Mitte Februar waren die ganzen Spiele dann vorbei und es wurde geehrt. Meine Mannschaft machte den 2. Platz im Basketball und den 3. Im Fußball.
Ende Januar hatte sich für mich hier in Loja einiges geändert, denn nachdem ich 5 Monate alleine hier in Loja war, bekam ich eine neue Kameradin aus Australien. Sie spricht kein Spanisch, also wird mein Englisch jetzt wieder gefordert, jedoch die meiste Zeit um ihr Spanisch zu erklären bzw. beizubringen.
Seit sie da, ist hat sich auch in der Schule einiges verändert. Ich bin nicht mehr jede Stunde mit meiner Klasse, sondern habe jetzt Spanischunterricht mit den Jüngsten der Schule und unterrichte diese in Englisch. Der Tag vergeht somit viel schneller, somit aber auch die Woche, da ich nun einen vollen Tages- und Wochenplan habe. 
Am 29. Januar 2011 ging es für mich auf die nächste Reise, in den Orient, Amazonas. Es waren fast alle anderen Austauschschüler in Ecuador dabei und die vier Tage vergingen wie im Flug. Wir waren in einem wunderschönen Hotel am Río Napo untergebracht und sind jeden Morgen von dort aus in kleinen wackeligen Booten in neue Abenteuer gestartet. Wir haben den Urwald erkundigt, Früchte von Bäumen gegessen, sind zu einer Schmetterlingsfarm mit Schmetterlingen so groß wie das Gesicht, haben wieder König und Königin gewählt, sind zu einer Rehabilationsstelle für Tiere gegangen und haben Tiere gesehen die ich mir nie erträumt hätte, sind mit riesigen Reifen auf dem Fluss getrieben. Die Zeit dort verging so schnell, aber der Spaß ging für mich noch weiter, denn ich würde die nächsten Tage noch in Quito bleiben um die Hauptstadt zu erkundigen.
Zusammen mit anderen Austauschfreunden machten wir alleine Quito unsicher. Wir gingen zur „Mitad del Mundo“ (Mitte der Welt) um die faszinierenden Eigenschaften des Äquators zu erleben und experimentieren. Das historische und wunderschöne Zentrum wurde mit einigen sehr guten und speziellen Führungen erkundigt. Dort verbrachten wir auch einen Abend in „la Ronda“. Das ist eine kleine Straße so wie man sie aus Spanien kennt und wie man sich ganz Süd-Amerika vorstellt. 1000 kleine Restaurants aus denen Live-Musik drängt, in denen getanzt, getrunken und gegessen wird.
Einen Tag wurden wir auch nach Otavalo gebracht wo der größte Artesanal-Markt Ecuadors ist. Es macht so viel Spaß die vielen kleinen Stände zu durchstöbern und von so vielen Farben umgeben zu sein. Dann war ich aber froh wieder zu Hause zu sein, denn die Tage waren sehr anstrengend.
Es kam Valentinstag, auf den ich eigentlich nicht so viel Wert lege, deswegen war ich wahrscheinlich auch so überrascht, als ich von der anderen Gastfamilie zum Essen eingeladen wurde, in ein Fünf-Sterne-Hotel. Es gab Rosen und Süßigkeiten und obwohl ich dann nur noch ins Bett wollte, ging es mit meiner Familie nochmal leckere Pizza essen.
Wenige Wochen später konnte ich nach einem großen Hin und Her den ersten Besucher in Loja willkommen heißen. Ein Austauschfreund kam mich Besuchen und ich konnte endlich mal beweisen wie schön Loja ist, da von den anderen Austauschschülern immer gespottet wird, dass es so klein wäre und so abgelegen usw. Aber ich liebe es hier, es ist perfekt. Das Wetter, die Größe, die Menschen, alles hier macht mich glücklich.
Auch die Lage hat sich gerade gestern (11.03.11) als sehr gut bewiesen, denn es gab das starke Erdbeben in Japan, das eine Tsunami-Warnung auslöste. Meine Mama berichtete mir davon als ich vor der Schule zum Frühstück in die Küche kam. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte, da ich eine Tsunamisituation von Deutschland nicht kenne. Es kam erst mal zu einem Tränenausbruch, obwohl ich wusste, dass mir hier oben in den Bergen nichts passieren würde, machte ich mir Sorgen um die ganzen Menschen an der Küste vor allem meine ganzen Freunde die am Meer leben. Außerdem sollten an diesem Freitag die ersten Austauschschüler nach Galapagos fliegen, was selbstverständlich abgesagt wurde. Ich saß den ganzen Tag vor dem Fernseher um die Nachrichten zu hören, gottseidank ging alles gut aus. Es gibt keine großen Schäden und die Gruppe ist eben einen Tag später nach Galapagos.

Jetzt fehlen nur noch ungefähr 4 ½ Monate bis ich mich schon von diesem wunderschönen Land verabschieden muss. Zu Zeit bin ich hier so glücklich wie ich es mir nie erträumt hätte. Mein Kopf besteht aus einem einzigen Sprachensalat, sodass ich es nicht mal mehr hinbekomme einen komplett deutschen, spanischen oder englischen Satz zu denken, sondern ein Gemisch aus allem.
Ich bin angekommen!
Nun bleibt mir nichts anderes mehr übrig als den Rest meiner Zeit hier zu genießen. Mich erwarten noch die Traumreise nach Galapagos und die letzte Reise rund um Ecuador. Außerdem werde ich das Land noch selbstständig erkundigen um so viel wie Möglich zu erlernen.

Ich kann mich wieder nur bei Rotary bedanken, mir diese Möglichkeit gegeben zu haben und es ihnen niemals vergessen.

Muchas Gracias!

Isabelle Maus

Lojana von Herzem

Hallo meine Lieben,
ja ich muss mich schon wieder entschuldigen so lange nichts geschrieben zu haben. Aber die Zeit läuft mir gerade zu davon! Jetzt sind es auch schon etwas mehr als 200 Tage für mich in meinem neuen Zuhause und nur noch knapp 4 Monate bis ich wieder Fuß auf deutschen Boden setze.
Momentan verstreicht Tag bei Tag und Woche bei Woche so schnell, dass ich wenn ich abends auf meinem Bett liege mal wieder die Langeweile suche. Der Schultag vergeht jetzt viel schneller. Die Zeit zum Schlafen ist verschwunden, da ich jetzt mindestens 2 Spanisch Klassen täglich mit den Jüngsten habe und mindestens 2 Stunden im Englischunterricht aushelfe. Die übrigen Stunden sitze ich entweder in meiner Klasse und versuche jedes einzelne Wort zu verstehen oder vor der Bar um dort Spanisch zu lernen. Spanisch hat in diesen Tagen die höchste Priorität für mich und beansprucht dem entsprechend auch sehr viel Zeit. Allerdings stelle ich immer mehr fest wie gut ich es schon beherrsche, wenn ich jemandem genau zu höre verstehe ich jedes ausgesprochene Wort. Ich höre nicht mehr nur noch den Zusammenhang raus, sondern verstehe. Das macht mich unheimlich glücklich und spornt mich auch sehr an!
Wenn ich dann mit dem Spanisch am Vormittag abgeschlossen habe, geht es heim, mittagessen, umziehen, ins Zentrum einen Fruchtsaft, -Batido oder -Salat essen. Von dort aus ins Fitnessstudio, nach 1 1/2 Stunden nach Hause und in die Dusche. Sterbend falle ich dann ins Bett und schlafe bis der Wecker am nächsten Tag um 6.00h wieder klingelt.
Zwischen all dem Alltag ist auch sonst nicht viel passiert, außer dass ich Loja immer mehr zu schätzen lerne. Vor wenigen Wochen oder Tagen kam der erste Besuch nach Loja. Da wurde dann tatsächlich mal gesagt, dass Loja doch schön ist, denn sonst wird immer gespottet, es wäre klein, hässlich und abgelegen - NEIN. Es hat die perfekte Größe, ist schön grün und einfach niedlich und die Lage lernt man immer mehr zu schätzen. Zwar hat sich die Reisesituation nicht verbessert, aber es liegt gottseidank in den Bergen.
Ich schätze alle haben von dem starken Erdbeben in Japan mitbekommen, ich hab es erst nicht mitbekommen, da ich im Tiefschlaf lag. Als ich dann jedoch aufwachte um genüsslich zu frühstücken sagt meine Mama zu mir: Tsunami Warnung für Ecuador . Ich wusste erstmal nicht was ich sagen sollte, einfach nicht wie zu reagieren. Doch die Reaktion kam von ganz alleine: ich aß mit zitternden Händen um dann hoch zu eilen und die Tränen laufen zu lassen. Es hat mich in meinem Kopf so zerstört gehabt, ohne dass ich wusste wieso. Es ist eine vollkommen andere Situation, aber unvorstellbar. Obwohl ich oben in den Bergen, in meinem Loja, sicher war, sind tausend Leute "meines Volks" in Gefahr, darunter die Hälfte meiner Austauschfreunde bzw. besten Freundin. Unteranderem sollte genau an diesem Freitag die erste Gruppe nach Galapagos fliegen, jedoch wurden alle Flüge nach Galapagos gecanceled (bitte ein Kommentar mit dem deutschen Wort, mir fällts zur Hölle nicht ein!! )  und alle Tiere dort evacuiert.
Die Auswirkungen waren letzten Endes nicht so stark, aber Salinas ( der Urlaubsort meiner Familie) war überschwemmt. Die Wellen waren nur ungefähr 2 Meter hoch, aber viel viel schneller und stärker.
Am nächsten Tag ging alles wieder den gewohnten Weg weiter, die Gruppe flog nach Galapagos und die Strandbewohner kehren wieder in ihre Häuser ein. Jetzt gilt nur noch zu beten, dass dem AKW nichts passiert  und Japan bald wieder auf Trapp ist.
Diese 2 Tage, waren ziemlich Nerven aufreibend, aber ich habs überlebt.
Heute sind wir zu meinen Großeltern auf die Finka gefahren oder mehr eine Hacienda. Da laufen die Gänse, Schafe, Hühner, Hasen alle frei rum und ich fands irgendwie toll. Es kam mir ewig vor, dass ich mal wieder einen Hasen auf dem Arm hatte oder dass ich je mal ein Kücken gefangen hatte oder ein Lamm im Arm hatte oder von Hühnern verfolgt oder angegriffen wurde. Es war sehr nett und das Landgut einfach riesen groß: zwei Flüsse, ein ganzer großer Berg, Wald... alles! Einfach schön.

Das wars so weit auch schon von mir, in einem zweiten Bericht gleich im Anschluss steht mein 2. Quartalsbericht um euch nochmal einen kleinen überblick über die letzten 3 Monate zu geben.

Bis schon bald ( auch wenn ich momentan noch garnicht weg will) ich freue mich schon euch im nächsten Bericht von meiner Galapagosreise am nächsten Freitag erzählen zu können!

Liebste Grüße