Hallo ihr Lieben,
es tut mir wirklich wirklich leid, dass ich mich jetzt schon über einem Monat nicht mehr gemeldet habe. Vorallem da dies ja die Phase war die euch alle am meisten interessiert.
Weihnachten:
Also geschmückt war ja schon seit November und als vorbereitung gab es die Novena, wie ich ja schonmal erklärte. Bis dann Heiligabend vor der Tür stand. Ich bin erst mal aufgewacht und hatte dieses komische gefühl im Bauch es hat sich einfach flau angefühlt. Als ich dann mit einem Lächeln runter zum Frühstück bin, gab es kein warm willkommen heißendes " Frohe Weihnachten! " Sondern es war wie ein ganz normaler Tag nur eben, dass alle am Kochen waren. Ich bin ganz schnell wieder zurück ins Bett und musste einfach mal weinen. Aber nach einem Gespräch mit meiner Familie und dann mit meiner Gastfamilie ging es mir richtig gut. Der Abend konnte kommen. Es gab ein dickes Mittagessen unter uns 5 + die Haushaltshilfe, abends gings dann zur Oma & Opa 1 wo ich das erste mal meine Cousins getroffen habe. Die sind auf der deutschen Schule in Quito und haben mich dann ganz schüchtern auf Deutsch angesprochen. Geschenkpapier überall verbreitet und alle glücklich gab es Hühnchen. Richtig lecker und ich habe zugelangt. Um 23.00h gings allerdings weiter zu Oma &Opa 2 mit nochmal Essen, Truthahn. Das ist das typische Essen für Heilig Abend. Ich habe aber nichts mehr gegessen weil ich schon am platzen war. Bis 4.00h morgens wurde unter Cousins und Cousinen noch Pantomime gespielt und es ging heim. Da gabs dann aber noch die Geschenke von den Eltern, sprich um 5 lag ich tot im Bett.
Das Fazit: Es war schön. Anders aber unheimlich nett!
Am 1. Weihnachtsfeiertag gings los nach Malacatos mit der ganzen Familie meiner Mutter. Es wurden Teams gebildet und jedes hatte seine T-Shirt-Farbe, es wurde gespielt. Da ging es drunter und drüber es wurde betrogen, geschummelt, geschrien. Ein Halligalli! Als dann da auch das Christkind gekommen war gings heim um am
2. Weihnachtsfeiertag weiter zu feiern. Auf dem Wochenendshaus von Oma mütterlicher Seits. Richtig in der Natur mit Fluss und Bäumen und richtig schön alt. Es hing sogar ein frisch geschlachtetes Schwein im Hof... na super.
Dann war es auch schon rum. So schnell und anders aber gut. Ich muss sagen es war eine nette Erfahrung und wenn ich jetzt drüber nachdenke eigentlich nur halb so wild, denn es war nur eins von vielen.
In den Tagen zu Silvester war ich auf dem neu gebauten Wochenendhaus meines Counsellors: riesig, wunderschöne Aussicht, super schön. Schwupps war schon
Silvester da. Der Morgen war nicht so schön, da ich mir auf die letzte Minute ein Kostüm zusammenbringen musste. Hier gibts aber nicht die überfüllten Fassenachtskisten voller Kostümen. Entschlossen habe ich mich dann, als Blumenmädchen zu gehn. Kam einfach am einfachsten. Ja, schon komisch sich an Silvester zu verkleiden. Es war wie Fassenacht. Die Erwachsenen haben morgens angefangen zu trinken und haben Autos auf der Straße angehalten um Geld ein zusammeln und Papierpuppen zu verbrennen. Gegen 21.00h gab es ein super leckeres Essen noch zu Hause und erst um 23.00h ging es auf die eigentliche Party. Wir kamen an und die Hora Loca war am laufen, spirch 3 spezielle Tänzer animieren für 1 Stunde zum Tanzen an, da ging die Party ab!
Man verbrennt hier um 00.00h eine Papierpuppe die das vergangene Jahr darstellt, die eine alte Person ist, die auch ein Testament hat, welches dann vorgelesen wird. Jeder der Familie bekommt was vererbt, außer mir. Bzw. ich wurde vererbt, ab meine Gasteltern. Bis 4.00h wurde noch getanzt gegessen und getrunken bis ich mal wieder tot ins Bett fiel.
Im neuen Jahr hatte ich dann auch die erste Taufe. Meine Cousine: Victoria Isabella, schöner Name. Es fing ganz normal in der Kirche an, aber dann gings in ein Haus um 22.00h dachte ich nur: ok wir trinken nur es gibt nix zu essen und es wird getanzt. Ich will heim! Aber dann um 00.00h (!!) wurde Essen seviert. Solche "Partys" hier sind einfach nichts für mich. ;)
am 05.01.2011 fing die Schule wieder an und am 6. gabs nochmal ganz große Feier wegen Dia de los Reyes. Wie bei uns nur gröööößer.
Ich weiß nicht genau wann er kam, aber vor knapp einem Monat kam der Knackpunkt. Ich bin jetzt angekommen. Ich habe jetzt ein Leben. Ich will hier nicht mehr weg. Ich bin hier glücklich.
Der Optimismus war geboren!
Seit dem geht hier alles perfekt.
Die neue Austauschschülerin aus Australien kam nach Loja und wir verstehen uns super gut, wenn wir auch etwas anders sind, doch wir sind Austauschschüler und somit vom Herzen her gleich!
Vor genau 2 Wochen musste ich dann morgen um 5.00h los, an den Flughafen, da es auf die lange erwartete nächste Reise ging: el Oriente. Mit dem frühsten Flug nach Quito und dann 6 Stunden Fahrt in den Dschungel. Beim Mittagessensstopp gab es das große Wiedersehen. Nach fast 3 Monaten haben wir uns alle wiedergetroffen und es wurde geschrien gerannt umarmt und amüsiert.
Die nächsten 3 Tage in dem wunderschönen Hotel flogen nur so vorbei, aber man hat doch viel gesehen. Am 1. Tag ging es auf eine Wanderung durch segundären Urwald spirch so 30 Jahre alt und uns wurde empfohlen lange Klamotten zu tragen. Nie wieder!! Ich war noch nie so naß, von meinem eigenen Schweiß!! Aber zur erholung gab es ein Bad im Río Napo. Am Nachmittag ging es auf eine Schmetterlingsfarm und es war doch etwas eklig. Die waren so groß, dass sie mir wieder Angst gemacht haben und manche sahen einfach nur mottig aus. Was mit die Tage auch aufgefallen ist ist, dass einfach jedes Tier hier mit Bananen gefüttert wird. Sei es der Affe, der Schmetterling, der Vogel einfach alles! Abends gabs dann noch Party und wie immer wurden König un Königin des Trips gewählt.
Am 2. Tag ging es morgens los in Richtung Zoo. Das war eine Rehabilitationsstelle für Tiere die als Haustiere gehalten wurden. Es gab die lustigsten/schönsten/atemberaubensten Tiere! Echt genial. Es gab welche von denen man nicht wusste, dass sie existieren oder die die man dacht, würde man nie im Leben mal live sehen. Auf dem Rückweg zum Hotel sind wir durch primären Urwald gelaufen und man hat eindeutig den Unterschied gemerkt es war total anders und noch beeindruckender. Wir haben unter anderem den Latexbaum gesehen oder einen Baum der rot blutet und wenn man das Blut auf die Haut schmiert wird es wie Creme. Zurück Richtung Hotel wurde dann in riesigen Reifen getrieben. Leider war meiner zu groß, dass ich wie ein Klappmesser darin hing und am langsamsten hinterher getrieben bin. Außerdem war er schwarz und die Sonne brachte ihn zum glühen und mich zum verbrennen. Nachmittags sind wir noch eine Einheimische Familie besuchen gegangen und haben dabei mit dem Blasrohr geblasen und gesehen was die so alles handwerklich drauf haben. Dann wars auch schon rum. Es ging mit dem Bus wieder zurück nach Quito aber da bin ich zusammen mit Julia noch bei Marie in Quito geblieben, zwar auch nur 3 Tage aber es war echt cool.
Mittwochs ging es nach Otavalo auf den größten Arte-Senal-Markt in Ecuador. Auf dem Weg dahin gab es einen kurzen Stopp auf dem Äquator und dann wurde geshoppt! Alpakapullis, mützen, taschen, handschuhe, socken... alles! Es war wundervoll!
Am Donnerstag sind wir zur "Mitad del Mundo" spirch dem Äquator und es hat uns geschlagene 2 Stunden gedauert in das nicht soweit entfernte Vorort zu kommen. So viel Bus wie in den wenigen Tagen bin ich glaub noch nie gefahren! Dort haben wir jeden Falls erst mal 3 Lamas angetroffen die ich ja liebe und wohl am meisten vermissen werde ( oder werde ich in den Opel-zoo ziehen ?! ) , dann wurde das Shooting am bzw auf oder neben dem Äquator gestartet. Später gabs noch eine kleine Führung auf dem echten Punkt 0'0'0 unteranderm echt interessante Experimente: auf dem Äquator balancieren mit zunen Augen (unmöglich), wie das Wasser auf Nord, Süd oder Mittig fließt. Hier nämlich gegen den Uhrzeigersinn, also bei euch, mit dem Uhrzeigersinn (werft mal ein Auge drauf, wenn ihr aufs Klo geht) und dann gabs noch das berühmte Ei-Experiment. Ein rohes Ei auf einem Naglkopf balancieren, ich habs geschaft und es ist nicht kaputt gegangen (hehem Maire!! ). Den Rest des Tages haben wir noch das historische Zentrum Quitos angeguck, das wirklich schön ist mit tollen Kirchen und netten Führungen. Abends ging es wiederum ins Zentrum, aber a La Ronda. Das ist ein kleines Sträßchen wie man sich eben Spanien oder Ecuador vorstellt. Viele kleine Restaurants aus denen überall live-Musik schallt und man sich reinsetzt drinkt lacht und singt. Es war niedlich und echt schön. Freitag haben wir uns einen gemütlichen Tag gemacht, weil wir richtig kaputt waren. Sind nur ein bisschen shoppen gewesen, haben Krankenbesuche geleistet und versucht uns durch die Welt der Technik zu schlagen. Abends gabs als Abschluss eine Runde Plaza Foch. Disco Spaß und Austauschschüler. Als ich dann am nächsten morgen um 10 wieder zu Hause in Loja war, war ich aber auch richtig froh, weil tadaaaa mich der Magen-Darm erwischt hatte. Nicht so erfreulich aber ein Wochenende im Bett war auch einfach mal nötig.
Die jetzige Woche... es hat sich einiges geändert: ich werde doch das ganze Jahr in meiner Familie bleiben. Ich wurde von der anderen Gastfamilie gefragt ob ich nicht zu ihnen kommen will, aber dann hat meine Mama erstmal gesagt, nein wir wollen sie garnicht her geben. Damit hatte sich das geklärt und das fand ich auch ganz nett so, denn ich fühle mich hier sehr wohl! Ab nächster Woche wird sich in der Schule einiges ändern: Ich werde mit kleinen Kindern Spanischunterricht haben und in den Englischklassen den Lehrern helfen. Bin mal ganz gespannt wie das läuft und berichte euch dann bald wieder!
Jetzt seit ihr erst mal wieder auf dem neusten Stand. Heute ist in Loja ein großes Konzert ( ich gehe nicht weil ich noch nicht ein Lied von dem Sänger gehört habe haha) aber ich höres durch mein Fenster, es ist ungefähr 200 m entfernt.
Ich hoffe euch geht es mindestens so gut mit mir und wir sehen uns in 5 Monaten... wie die Zeit fliegt!!
Liebste Grüße
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